PDS-Landtagsfraktion
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PDS: Schulgesetz der Landesregierung ist schlechtes Flickwerk

Zur von der Landesregierung beabsichtigten Änderung des Schulgesetzes erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Dr. Rosemarie Hein:

"Die Landesregierung hat in den letzen zwei Jahren mehrmals die Absicht verkündet, ein völlig überarbeitetes Schulgesetz vorlegen zu wollen. Was heute vorliegt ist Flickwerk, dazu noch überwiegend schlechtes.

Zwei Positiva will ich dennoch benennen:
Das kann dazu führen, die Startbedingungen für Kinder zu verbessern, mehr Chancengerechtigkeit und sozialen Ausgleich herbei zu führen.
Die wichtigsten Kritikpunkte beziehen sich auf das bildungspolitische Konzept der Landesregierung:

1. Evaluation ohne Innovation – oder: Vom vielen Wiegen wird das Schwein nicht fett!

Die angekündigte innere Schulreform beschränkt sich vor allem auf  die Möglichkeiten scheinbarer besserer Überprüfbarkeit von Schulleistungen. Es fehlen fast alle Aussagen inneren Innovationen von Schule, vor allem solche im Unterricht.

2. Zuführen statt vorbeugen
So begrüßenswert die Zusammenarbeit von Schule und Trägern der Jugendhilfe ist, sie ersetzt nicht weder das ausgelaufene Programm zur Schulsozialarbeit noch den schulortnahen schulpsychologischen Dienst. Die Landesregierung hat für diese Aufgaben eine Beerdigung erster Klasse produziert und versucht nun eine Kompensation durch Drohgebärden (Zuführung von Schulschwänzern). Wie daraus Lernmotivation wachsen soll, erschließt sich mir nicht.

3. Einschränkung des Bildungszuganges
Mit quasi Aufnahmeprüfungen am Gymnasium wird der freie Zugang zu höherer Bildung, mit dem die CDU in der ersten Legislatur mal angetreten ist, weiter eingeschränkt. Nicht möglichst hohe Abschlüsse für möglichst Viele sind das Ziel, sondern das Herausregeln der vermeintlich nicht so Bildungsfähigen. Dies ist eine Bankrotterklärung des gegliederten Schulsystems.

Sinnvoll wäre es, die Potenzen der Sekundarschule zu entwickeln, Anregungen könnte man sich beim Sekundarschulkonzept der PDS holen."

Magdeburg, 8. Juli 2004


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