11.01.2004
Ende
des Traktorenwerkes Schönebeck - Versagen der Politik
Wirtschaftspolitik in Sachsen-Anhalt zwischen Anspruch
und Wirklichkeit
In Sachsen-Anhalt sind
im vergangenen Jahr Investitionen von 3,3 Mrd. Euro angeschoben
worden. Das ist eine durchaus beeindruckende Zahl, da etwa 12%
davon als öffentliche Gelder privaten Unternehmen zur Verfügung
gestellt werden, um sich in Sachsen-Anhalt erfolgreich zu entwickeln.
Umso unverständlicher ist es wie im Falle der Kündigungen
im
Schönebecker Traktorenwerk oder bei der Nacht-und Nebel-Werksverlagerung
eines Automobilzulieferers in Magdeburg, dass die politisch Verantwortlichen
nichts mitbekommen haben. Das spricht für einem Vertrauensbruch
bzw. mangelnde Kontrollpflicht.
Um verlorenes
Vertrauen zwischen Wirtschaft und Politik zurückzugewinnen,
ist die Einrichtung der schon einmal aktiven Task-Force des Wirtschaftsministeriums
erforderlich. Bei auftretenden Schwierigkeiten haben die Unternehmen,
die mit öffentlichen Geldern arbeiten, auch die Pflicht,
rechtzeitig zu informieren und auch Rechenschaft über den
Umgang mit diesen Mitteln abzugeben.
Entscheidungen
über die Vergaben öffentlicher Mittel sind bisher wenig
transparent, oftmals begründet mit Datenschutzgründen.
Aber angesichts knapper öffentlicher Haushalte ist mehr Transparenz
erforderlich, welches Unternehmen zu welchem Zweck Fördermittel
erhält.Wie soll die Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt abgebaut
werden, wenn öffentliche Fördermittel keine nachhaltige
und langfristige Wirkung haben und nur auf den Förderzeitraum
beschränkt sind? Ansonsten wird immer nur über neue
und zu sichernde Arbeitsplätze geredet und dabei vergessen,
dass durch Insolvenzen und so genannte "Optimierungen"
immer wieder tausende wegbrechen.
Die PDS-Landtagsfraktion
fordert die Landesregierung auf, ihrer Verantwortung bei der effizienten
Vergabe öffentlicher Fördermittel nachzukommen.
Magdeburg,
11.01.2004
Dr. Frank
Thiel
Stellv. Fraktionsvorsitzender und wirtschaftspolitischer Sprecher
der PDS-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt
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