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NEIN zum Krieg!!! 

Petra Sitte, Rosemarie Hein und Wulf Gallert wenden sich an Generalkonsul Fletcher M. Burton 

Der Präsident der USA hat dem Irak heute Nacht mit Krieg gedroht. Er stellt sich damit in nie da gewesener Weise gegen den Willen der Mehrheit der UNO-Mitgliedsstaaten. 
Immer deutlicher wird, dass es den USA mit diesem Krieg nicht um die Abrüstung des Irak, sondern um die Beseitigung des Regimes von Saddam Hussein geht. Zwar betont Bush, die Freiheit des irakischen Volkes im Auge zu haben, wer aber die den Irak mit Krieg überzieht, handelt auch nicht im Interesse des irakischen Volkes, sondern nur im eigenen Machtinteresse. 
Noch heute leidet das Volk Iraks an den Folgen des Golfkrieges von 1991. 

Die Brüskierung des UN-Sicherheitsrates und der Weltgemeinschaft lassen zudem Befürchtungen für den Weltfrieden aufkommen, wenn es legitim wird, die eigenen politischen Interessen ohne Weiteres mit militärischen Mitteln durchzusetzen. 

Die PDS bleibt bei ihrem Nein zu einem Krieg gegen den Irak. Angesichts der Zuspitzung des Konfliktes in der Nacht zum Dienstag haben sich Petra Sitte, Rosemarie Hein und Wulf Gallert an den Generalkonsul der Vereinigten Staaten in Leipzig gewandt, um ihrer Forderung nach Frieden auch direkt gegenüber Vertretern der Regierung der USA Ausdruck zu verleihen. 
Das Schreiben ist in der Anlage beigefügt. 

Magdeburg, 18. März 2003 
 

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Generalkonsulat der USA 

Herrn Fletcher M. Burton 
Generalkonsul 
Wilhelm-Seyfferth-Straße 4 

04109 Leipzig 
  

Sehr geehrter Herr Generalkonsul Burton, 

wir wenden uns in der tiefen Besorgnis an Sie, dass der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, George Bush, trotz des weltweiten Protestes gegen einen Krieg im Irak heute Nacht einen Angriff des Irak angedroht hat. 
Wir haben vor einigen Jahren die Gastfreundschaft Ihres Landes genießen können und sind voller beeindruckender Erfahrungen, gerade auch über das soziale Engagement unzähliger Menschen in den USA, zurückgekehrt. Für diese Erfahrungen sind wir der amerikanischen Regierung, deren Gast wir sein durften, heute noch dankbar. Gerade deshalb wenden wir uns heute in großer Sorge an Sie. 
Wir wissen aus zahlreichen Dokumenten amerikanischer Kunst und Kultur und aus aktuellen Informationen, dass auch viele Menschen in den USA einen tiefen Friedenswillen haben und einen Krieg fürchten. Mit Bestürzung haben wir darum den unglaublichen Terrorangriff auf die Türme des World-Trade-Centers zur Kenntnis genommen. Gerade auch die Reaktionen vieler von diesem unmenschlichen Akt Betroffener, die nicht auf Vergeltung sannen, sondern nur Frieden wünschten, haben uns beeindruckt. 
Nun hat sich der Präsident Ihres Landes entschlossen, auch ohne eine entsprechende Resolution des Weltsicherheitsrates, sogar gegen die Meinung der Mehrheit der Völkergemeinschaft, einen Angriffskrieg gegen den Irak führen zu wollen. Er begründet das mit der vermeintlichen Bedrohung der USA durch das irakische Regime Saddam Husseins. Niemand von uns unterschätzt diesen Diktator oder bringt ihm irgendwelche Sympathien entgegen, aber eine Bedrohung für das auch militärisch mächtigste Land dieser Erde ist der nahezu abgerüstete Irak nach unserer festen Überzeugung nicht. Ein Krieg aber würde vor allem dem irakischen Volk weiteres Leid zufügen und die gesamte Region weiter destabilisieren. 
Wir meinen darum, dass dies der falsche Weg ist, um eine Entwaffnung des Diktators oder seine Ablösung zu erreichen. 
Wir sehen vielmehr eine Chance in der Entschlossenheit der Weltgemeinschaft durch den weiteren Einsatz von Waffeninspektoren den Irak zur Entwaffnung zu zwingen. 
Nur damit kann eine verheerende Katastrophe sicher abgewendet werden, die ein Krieg heraufbeschwört. Sie wissen sehr gut um die Gefahren eines Krieges in dieser Region, um die Gefahren einer ökologischen und humanitären Katastrophe, und Ihr Präsident, das konnte man der Rede heute Nacht entnehmen, weiß das auch. Noch heute leidet das irakische Volk unter den Folgen des ersten Golfkrieges vor zwölf Jahren. 
Darum bitten wir Sie inständig, auf Ihre Regierung und alle dort Verantwortung tragenden einzuwirken, dass dieser Krieg noch verhindert wird. 
Wir sind der festen Überzeugung dass dauerhafter Frieden und Demokratie nur über einen friedlichen Weg zu erreichen sind. 

In der Hoffnung auf die Bewahrung des Friedens 

Dr. Petra Sitte, Fraktionsvorsitzende der Landtagsfraktion der PDS Sachsen-Anhalt 

Wulf Gallert, parlamentarischer Geschäftsführer der Landtagsfraktion 

Dr. Rosemarie Hein,Landesvorsitzende der PDS Sachsen-Anhalt 

Magdeburg, 18. März 2003 
  
  
  
  
 

 
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