| Rosemarie
Hein
Beitrag zur Debattenseite
in der Volksstimme zur Diskussion um die Ganztagsschulen
Es ist schon sonderbar, wie
Politikerinnen unterschiedlicher Fraktionen misstrauisch den unverhofften
Geldsegen aus Berlin beäugen und angesichts der ständig beklagten
Mittelknappheit insbesondere für bildungspolitische Vorhaben zögern,
diese Chance zu nutzen. Schon wer den beklagenswerten Zustand nicht weniger
Schulen im Lande kennt, und den kennen wir alle, darf nicht einmal auf
die Idee kommen, diese Möglichkeit auszuschlagen. Denn viele Kommunen
werden in den nächsten Jahren nur schwer in der Lage sein, Schulen
im notwendigen Maße zu sanieren und auch das von der PDS beantragte
Schulsanierungsprogramm für den Landeshaushalt wurde mit dem Verweis
auf Geldknappheit vor wenigen Wochen abgelehnt.
Aber darum geht es mir gar
nicht in erster Linie. Der Ausbau von Ganztagsschulen ist für mich
vor allem eine pädagogische Chance zur erheblichen Verbesserung von
Bildungsangeboten in Sachsen-Anhalt. Er ist eine Chance für mehr und
besseres Lernen, insbesondere in der Sekundarstufe, für entspannteres
Lernen in einem förderlichen Schulklima, eine Chance für Lehrerinnen
und Lehrer, besser auf die individuellen Lernbesonderheiten und fachlichen
Neigungen ihrer Schülerinnen und Schüler eingehen zu können
und sie zu fördern, ein breiteres inhaltliches Angebot zu bieten und
kleinere Lerngruppen zu bilden. Den Verweis auf zu hohe Personalkosten
lasse ich nicht gelten, denn durch den dramatischen Schülerrückgang
ist dieser Gestaltungsspielraum nach meiner Überzeugung ohne weiteres
vorhanden.
Die Folgen wären mehr
Effizienz und bessere Lernergebnisse und das ist dringend nötig. Diese
Chance darf darum nicht vertun, wer es mit dem Spruch, dass Bildung die
Investition in die Zukunft sei, ernst meint. Die Vorteile eines gut erreichbaren
Netzes von Ganztagsschulen für Schülerinnen und Schüler
liegen auf der Hand. Wer das ausschlägt, handelt grob fahrlässig.
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