| Ergebnisse
des Vermittlungsausschusses sorgen in Sachsen-Anhalt mittelfristig für
massive Einkommensverluste bei Arbeitnehmern
Entgegen der Darstellung
der Bundesregierung werden die Ergebnisse des Vermittlungsausschusses in
Sachsen-Anhalt zu massiven Einkommensverlusten bei Arbeitslosen und Arbeitnehmern
führen.
In erster Linie wird dies
die Langzeitarbeitslosen betreffen, die innerhalb des Arbeitslosengeldes
II nur noch Ansprüche in Höhe der Sozialhilfe stellen können.
Davon wird Sachsen-Anhalt in besonders hohem Maße betroffen sein.
Die hohe Zahl von Langzeitarbeitslosen wird zu massiven Kaufkraftverlusten
in vielen Regionen führen.
Ein weiteres deutliches Defizit
wird bei den vielen Fernpendlern, vor allem im Grenzbereich zu Niedersachsen,
auf Grund der Reduzierung der Entfernungspauschalen eintreten. Mittelfristig
bedeutet dies sogar die Beschleunigung der Abwanderungstendenzen von Arbeitnehmern
und Steuerzahlern aus dem Land Sachsen-Anhalt.
Der faktische Wegfall der
Zumutungsregelungen für die Arbeitsaufnahme von Langzeitarbeitslosen
führt unter den Bedingungen der Arbeitslosenzahlen in Sachsen-Anhalt
in absehbarer Zeit zum ruinösen Lohndumping in vielen Branchen. Diese
Entwicklung wird noch durch die Aufhebung des Kündigungsschutzes in
Betrieben mit bis zu 10 Mitarbeitern verstärkt.
Wie soll in Zukunft nun
verhindert werden, dass die Stammbelegschaft durch die Drohung der Einstellung
von Langzeitarbeitslosen zu Niedrigstlöhnen zur Akzeptanz von Lohnkürzungen
gezwungen wird?
Die o. g. Tatsachen machen
deutlich, dass mit den Ergebnissen des Vermittlungsausschusses S/A immer
stärker in die Ecke eines Niedriglohngebietes gedrückt wird.
Die Steuerentlastung für Arbeitnehmer durch das teilweise Vorziehen
der dritten Stufe der Steuerreform hat dagegen nur marginale Wirkungen,
zumal berücksichtigt werden muss, dass die Steuerausfälle beim
Land absehbar zu weiteren Kürzungen von Leistungen führen wird.
Aus Sicht der PDS bedeutet
die Verschlechterung der Situation der Arbeitslosen und der Arbeitnehmer
in den kleinen Betrieben ein nicht zu vertretender Abbau sozialer Standards
in dieser Bundesrepublik. Darüber hinaus machen die Ergebnisse des
Vermittlungsausschusses auch wirtschaftspolitisch keinen Sinn, es sei denn,
man will den Osten Deutschlands langfristig als Niedriglohnland etablieren.
Magdeburg, 18. Dez. 2003
Dr. Petra Sitte
Fraktionsvorsitzende
|