06.Dezember
2003
Auftaktkonferenz zu den
Kommunalwahlen 2004
PDS Sachsen-Anhalt verabschiedete:
Schwerpunkte für
kommunale Wahlprogramme in Kreisen, Städten und Gemeinden
Miteinander für eine
andere Politik - PDS für starke Kommunen
I. Die PDS steht in Opposition
zur herrschenden Politik des sozialen Kahlschlages
Mit den Debatten um die
„Reformen“ der Bundesregierung der Arbeitsmarkt-, Gesundheits-, Sozial-
und Rentenpolitik ist das Vertrauen in eine bürgernahe, an den Lebensinteressen
der hier lebenden Menschen orientierten Politik weiter geschwunden. Auch
CDU und FDP haben diesem Kurs der Umverteilung von unten nach oben nichts
Wirksames entgegen zu setzen. Die Situation der öffentlichen Haushalte
wird immer prekärer und selbst ehemals reiche Kommunen können
den bisher gebotenen Standard für die Lebensqualität ihrer Bürgerinnen
und Bürger nicht mehr halten.
Soziale Gerechtigkeit ist
zum Schlagwort geworden, mit dem Sozialabbau als Reform verkauft werden
soll. Die PDS meint:
Es geht auch anders!
Mit den Kommunal- und Europawahlen
2004 in Sachsen-Anhalt wollen wir Alternativen anbieten und zum Mittun
einladen.
Das gilt ebenso für
den öffentlichen Meinungsbildungsprozess, in dem wir bereit sind,
mit allen demokratischen Parteien im Sinne der Lösung der schwerwiegenden
Probleme zusammen zu arbeiten, wie auch für die Einbeziehung von Bürgerinnen
und Bürgern in die Entscheidungsfindungen vor Ort.
Darum treten wir zu den Kommunalwahlen
mit
offenen Listen der PDS
in allen Kreisen, Städten
und Gemeinden an. Wir laden alle ein, insbesondere auch junge Menschen
und Frauen, gemeinsam mit der PDS die Lebenssituation der Menschen, die
soziale und die wirtschaftliche Infrastruktur in den Städten und Gemeinden
zu verbessern.
Wir verkennen nicht die Brisanz
der Lage, aber wir wollen Auswege aufzeigen und auch gehen. Wir wollen
die kommunalpolitische Kompetenz der PDS und unserer KandidatInnen öffentlich
unter Beweis stellen. Dabei legt die PDS den Schwerpunkt auf die Entwicklung
gleichwertiger wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Lebensverhältnisse.
II. Unsere Schwerpunkte
legen wir auf folgende Probleme:
1. Die Zukunft gehört
der Jugend. Darum gehören Lebensfragen von Kindern, Jugendlichen und
jungen Erwachsenen und Familien für uns auf Platz Eins der Agenda.
Dazu gehören Fragen
eines ausgewogenen und qualitätsvollen Bildungsangebotes von den Kindertagesstätten
über Grund-, Sekundarschulen und Gymnasien bis zu Angeboten der Berufsausbildung
und der Hochschulentwicklung ebenso wie die Sicherung von Jugendfreizeitangeboten
und, wo nötig, einer qualifizierten sozialen Betreuung und Beratung.
Junge Erwachsene und Familien
sollen sich in den Kommunen zu Hause fühlen, dazu gehört, ihre
Probleme ernst zu nehmen und sie in die Lösung dieser Probleme einzubeziehen.
2. Die Lebensqualität
in den Kommunen erhöhen.
Menschen, ob jung, ob alt,
wollen mit ihren Sorgen und Nöten ernst genommen werden. Sie brauchen
ein gut erreichbares Netz von Gesundheitseinrichtungen ebenso wie soziale
Beratungsstellen und Beratung bei Arbeitslosigkeit. Schnelle und unbürokratische
Hilfe, die den individuellen Lebensverhältnissen und Möglichkeiten
angemessen ist, helfen mehr als der wachsende Druck auf Arbeitslose, der
sie in prekäre Arbeitsverhältnisse zwingt.
Zur Lebensqualität
gehört auch die Möglichkeit der Betätigung in Vereinen,
Verbänden, die der öffentlichen Unterstützung ebenso bedürfen
wie Kultureinrichtungen (ob Theater, soziokulturelle Vereine, Museen, Bibliotheken
oder Musikschulen)
3. Alle Aufgaben demokratisch
lösen – wir entscheiden gemeinsam mit Ihnen!
Die PDS ist nicht nur zur
Zusammenarbeit mit allen Parteien und Vereinen bereit. Sie will, dass Bürgerinnen
und Bürger ihre Angelegenheiten vor Ort selbst entscheiden können.
Gerade angesichts der desolaten Lage der öffentlichen Kassen ist es
für die Akzeptanz mitunter schwieriger Entscheidungen wichtig, dass
die Prioritätensetzungen zwischen unterschiedlichen Interessengruppen
ausgehandelt werden. In diesem Sinne sind wir für die Entwicklung
von Bürgerkommunen und für neue Wege und Möglichkeiten für
das kommunale Ehrenamt. Dazu gehört auch, dass alles, was vor Ort
entschieden werden kann, auch vor Ort entschieden werden darf. Wir wollen
darum die kommunale Selbstverwaltung wieder möglich machen.
4. Zur kommunalen Selbstverwaltung
gehören leistungsfähige kommunale Strukturen.
Wir setzen uns dafür
ein, dass die notwendige Landkreis- und Gemeindereform nicht weiter verzögert
und bürokratisch verkompliziert wird und verlangen damit im Zusammenhang
eine konsequente Funktional- und Verwaltungsreform, die die neuen kommunalen
Strukturen auch in die Lage versetzt, alle Entscheidungsrechte, die ihnen
übertragen wurden, auch verantwortungsvoll treffen zu können.
5. In einer modernen Gesellschaft
ist Mobilität zu einer wichtigen Voraussetzung für Lebensqualität
geworden.
Nicht nur aus ökologischen
Gründen setzen wir uns für einen bedarfsgerechten und an den
Bedürfnissen der Bevölkerung orientierten, flexiblen und leistungsfähigen
öffentlichen Personennahverkehr ein. Das gilt ebenso für die
Möglichkeit der Nutzung von Kultur- und Bildungsangeboten, für
Schulwege, auch in den späten Nachmittagsstunden wie auch für
die Nutzung sozialer Angebote.
6. Das alles geht nicht ohne
Geld
Die PDS verschließt
sich nicht der Notwendigkeit der Haushaltssanierung. Wir bestehen aber
darauf, dass Kommunen nicht kaputt gespart werden dürfen. In diesem
Sinne sind wir auch bereit, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern
uns unsozialen Haushaltszwängen entgegen zu stellen. Dennoch, bei
aller Haushaltsdisziplin: ohne eine grundlegende Veränderung der Einnahmesituation
der öffentlichen Haushalte und der Finanzströme zwischen dem
Bund, den Ländern und den Kommunen ist eine solide Haushaltspolitik
in keiner Kommune mehr möglich.
Gemeinsam mit unseren Abgeordneten
in der Landes- und Bundespolitik fordern wir daher eine grundlegende Gemeindefinanzreform
im Bund ein und wir machen dafür konkrete Vorschläge!
7. Die Möglichkeiten
kommunaler Wirtschaftsförderung stärken, neue Arbeitsplätze
in der Region schaffen
Wir wollen, dass Kommunen
mehr Möglichkeiten haben, die Ansiedelung kleiner und mittlerer Unternehmen
selbst zu fördern – daher eine Wirtschafts- und Förderpolitik,
die den differenzierten Bedingungen in den ländlichen Räumen
wie in den industriellen Ballungszentren Sachsen-Anhalts Rechnung trägt.
Kommunale Investpauschalen gehören ebenso dazu wie die Möglichkeiten
durch kommunale Betriebe Arbeitsplätze in der Region zu schaffen.
Stärkere Aufmerksamkeit soll die Finanzierung von Arbeitsplätzen
im Bereich der sozialen, kulturellen und ökologisch orientierten Dienstleistungen
erhalten.
Wir setzen uns dafür
ein, dass Behinderungen für kommunale Betriebe aus dem Zweiten Investitions-erleichterungsgesetz
aufgehoben werden.
8. Privatisierung nicht um
jeden Preis
Wir werden das verbliebene
kommunale Eigentum nicht verschleudern. Alle Fragen der Privatisierung
von Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge werden von uns im Einzelfall
danach entschieden, wo und durch wen die Aufgaben besser erfüllt werden
können. Dabei sehen wir die Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge
als komplexe Aufgabe und werden uns wehren, für die private Wirtschaft
lukrative Aufgaben zu privatisieren, während kostenintensive auf den
Kommunen lasten bleiben. Wir bestehen darauf, dass die kommunalen Vertretungen
ihre Entscheidungsrechte über die Konditionen und Zielsetzungen von
Privatisierungen nicht aus der Hand geben. Wir streben insbesondere für
soziale und kulturelle Aufgaben eine Vielfalt gemeinnütziger Träger
an.
9. Was in den Kommunen geschieht,
geht jede und jeden etwas an!
Darum rufen wir alle Bürgerinnen
und Bürger auf, sich an den Kommunalwahlen zu beteiligen. Die Zukunft
der Kommunen in die eigenen Hände zu nehmen ist Grund genug, zur Wahl
zu gehen.
Das gilt besonders für
ErstwählerInnen. Wir wollen besonders junge Menschen, Schülerinnen
und Schüler, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, aufrufen, sich
an den Kommunalwahlen zu beteiligen. Es geht um Eure Zukunft! Überlasst
sie nicht anderen.
Die PDS verspricht, dass
ihre Mandatsträger Sie auch nach den Wahlen an den Entscheidungen
beteiligen werden!
10. Die Kommunen in unserem
Land gehören auch zu Europa!
Die PDS will, dass Bürgerinnen
und Bürger in Europa zu Hause sind. Wir wollen deshalb mit einer starken
Vertretung im europäischen Parlament sichern, dass die Interessen
der Kommunen und Regionen bei der weiteren Ausgestaltung der Europäischen
Union entsprechend ihren Niederschlag finden. Dazu arbeiten in der PDS
kommunale Mandatsträger, Landes- und Bundespolitiker und die Abgeordneten
im europäischen Parlament eng zusammen. Darum ist es wichtig, am 13.
Juni 2004 nicht nur die PDS mit starken Fraktionen in die Kreistage, Stadt-
und Gemeinderäte zu wählen, sondern auch Ihre Stimme der PDS-Bundesliste
für das europäische Parlament zu geben.
Darum am 13. Juni 2004
dreimal Kreuze für die
PDS:
X Für
die PDS im Kreistag
X Für
die PDS im Stadt- oder Gemeinderat
X Für die
PDS im Europäischen Parlament
|