Regierung hat Rückgang
der Arbeitsmarktmaßnahmen selbst mitzuverantworten
Die Klagen von Wirtschaftsminister
Rehberger und der CDU über den Rückgang der Arbeitsmarktmaßnahmen
können nur Verwunderung auslösen. Seit Jahren fordern sowohl
FDP als auch CDU im Grunde die Abschaffung von ABM und von ihrer Ansicht
nach "sinnlosen" Weiterbildungen. Genau das aber geschieht jetzt. Mit dem
Ergebnis, daß vor allem die Zahl der Langzeitarbeitslosen enorm ansteigt.
Die Behauptungen des Wirtschaftsministers
beruhen auf einer nicht sehr sorgfältig zusammengestellten Datenbasis,
dies wurde in der heutigen Sitzung des Wirtschaftsausschusses sehr deutlich.
Es wäre doch dem Wirtschaftsminister ein Leichtes zu vergleichen,
in welchen Größenordnungen die Mittel in den einzelnen Landesarbeitsämtern
zurückgegangen sind. In Sachsen-Anhalt sind es ca. 20 %, das ist annähernd
proportional zum Rückgang des Haushalts der Bundesanstalt für
Arbeit. Derartige Betrachtungen vermeidet der Wirtschaftsminister leider.
Im übrigen ist es auffällig,
daß gerade in CDU-geführten Ländern für den 2. Arbeitsmarkt,
für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ein schlechtes Klima herrscht.
Sachsen, das den größten Rückgang zu verzeichnen hat, weigert
sich seit Jahren, Landesmittel für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
überhaupt zur Verfügung zu stellen. Thüringen - am zweitstärksten
betroffen - hat die Mittel noch drastischer zurückgefahren als Sachsen-Anhalt.
Schuldzuweisungen an den
Bund mögen ja immer wieder mal ihre Rechtfertigung finden. Zuvor jedoch
sollte das Land seine eigene Verantwortung für den Arbeitsmarkt wahrnehmen.
Genau das tut Sachsen-Anhalt nicht, wenn die Mittel ständig weiter
zusammengestrichen werden.
Magdeburg, 3. Dezember 2003
Sabine Dirlich
arbeitsmarktpol. Sprecherin |