Ausbildungsplatzumlage:
Beschlüsse des SPD-Parteitages sind offensichtlich das Papier nicht
wert, auf dem sie geschrieben stehen
Bereits eine Woche nach dem
SPD-Bundesparteitag in Bochum erklärt der Bundeskanzler und SPD-Vorsitzende,
dass er entgegen des Beschlusses seines eigenen Parteitages nun doch keine
Ausbildungsplatzumlage will.
Für die Annahme seines
Kurses des Sozialabbaus waren die Delegierten gut genug, und ein Pflaster
war offensichtlich der Beschluss zur Ausbildungsplatzabgabe – eigentlich
auch ein Wahlversprechen. Nun ist das alles nicht mehr wahr.
Tatsache ist aber, dass die
Wirtschaft, und dabei allen voran die großen Unternehmen, sich seit
Jahren ihrer Verantwortung für eine bedarfsdeckende Ausbildung entzieht,
obgleich sie ihre Verantwortung dabei immer wortreich betont. Einziges
wirksames, weil erzieherisches Mittel dagegen wäre eine konsequente
Umlage für die Betriebe, die ihrer Verantwortung nicht nachkommen.
Das fordern auch die Gewerkschaften seit Jahren.
Eine qualitätvolle
Ausbildung ist für jeden jungen Menschen eine der wichtigsten Voraussetzungen
für die eigene Zukunft. Die Politik der Bundesregierung scheint sich
dagegen auf kurzfristige Hilfsmaßnahmen durch die Bundesanstalt für
Arbeit beschränken zu wollen.
Die PDS kann in der Ausbildungsplatzumlage
keine Gefahr der Verstaatlichung von Ausbildung sehen, sondern im Gegenteil
einen Anreiz für mehr betriebliche Ausbildung. Das würde gerade
auch den vielen ausbildungswilligen kleineren Betrieben zugute kommen.
Darum bleibt die PDS bei ihrer Forderung, eine Ausbildungsplatzabgabe für
ausbildungsunwillige Betriebe einzuführen.
Magdeburg, 25. November 2003
Dr. Rosemarie Hein, MdL
PDS-Landesvorsitzende
Britta Ferchland, MdL
ausbildungspolitische Sprecherin
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