Schlagworte gegen Gewalt
Mehr als 1200 Frauen und
1600 Kinder in Sachsen-Anhalt sind jährlich Opfer von Gewalt. Sie
suchen Zuflucht in den landesweit 23 Frauenhäusern. Den 25.11., den
internationalen Tag der Ächtung von Gewalt gegen Frauen, nutzen betroffene
Frauen, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen und „Nein!“ zur häuslichen
Gewalt zu sagen.
Häusliche Gewalt öffentlich
anzuklagen, sie überhaupt öffentlich zu thematisieren, ist angesichts
ihrer „Privatheit“ dringend geboten. Einer Privatheit , die sich in den
eigenen vier Wänden abspielt, die Gewalt durch prügelnde Männer
verschleiert, die nicht wahrgenommen werden will, weil man sich ja in Privatangelenheiten
anderer nicht einmischt.
Wir sagen aber: Gewalt ist
nicht privat! Sie ist eine Straftat, die erkannt und verurteilt werden
muss. Täter müssen bestraft und Opfer geschützt werden.
Mit dem Wegweisungsrecht wird der Status des Opfers verbessert, denn wer
schlägt, der geht. Opferschutz heißt auch, Frauenhäuser,
Frauenkommunikationszentren und Beratungsstellen zu erhalten und auszubauen.
Häusliche Gewalt wird
oft als individuelles Problem benannt. Dem widerspricht die PDS. Häusliche
Gewalt ist ein gesellschaftliches Phänomen, das als solches erkannt
werden und immer wieder ins öffentliche Bewusstsein dringen muss.
Britta Ferchland, MdL
Gleichstellungspolitische
Sprecherin der PDS
24.11.2003
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