Landesregierung weicht
vom vorgesehenen Personalabbau in der Landesverwaltung ab
Die Landesregierung hat am
Freitag, dem 14. November 2003, einen mehrere hundert Seiten umfassenden
Änderungsantrag über die Fraktion von CDU und FDP zum eigenen
Landeshaushaltsplanentwurf 2004 eingebracht.
Es ist kaum möglich,
alle Veränderungen und Konsequenzen die mit diesen Änderungen
einhergehen, innerhalb weniger Tage auszuwerten und zu bewerten.
Eins ist jedoch schon bei
der ersten Durchsicht aufgefallen:
Die Landesregierung hat
im letzten Haushaltsjahr die Stellen, die zum Personalabbau vorgesehen
sind, in eine besondere Titelgruppe (TG 96) verankert. Begründung
dieser Titelgruppe war, dass nunmehr im Gegensatz zur vorhergehenden Landesregierung
genau definiert wird, welche Stellen im Landesdienst bis 2006 abgebaut
werden.
Mit den Änderungsanträgen
zum Haushaltsplan 2004 weicht die Landesregierung von diesen Zusagen ab
und setzt Stellen aus der Titelgruppe 96 in einen neu zu gründenden
Landesbetrieb zur Immobilienverwaltung sowie in das Landesinformationszentrum
um. Beide Landesbetriebe erbringen ausschließlich Leistungen für
die Landesverwaltung und werden vom Land dafür bezahlt. Somit werden
die rund 80 Personalstellen mit meist höherem Einkommen nicht abgebaut,
sondern in Landesbetrieben versteckt, die jedoch ebenfalls aus dem Landeshaushalt
bezahlt werden müssen. Der Landesrechnungshof bezeichnet dieses Vorgehen
als fatal.
Die PDS akzeptiert durchaus
die Umbesetzung von Landespersonal in neue Strukturen zur Bewältigung
neuer Aufgaben.
Festzuhalten bleibt jedoch,
dass die Landesregierung klammheimlich von ihren eigenen Vorstellungen
zum Personalabbau abrückt und mit Haushaltstricks versucht, dies zu
verschleiern.
Wulf Gallert
Parlamentarischer Geschäftsführer
Magdeburg, 17. November 2003
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