PDS-Fraktion
Landtag von Sachsen-Anhalt
Seeburg, 27.10.2003
Pressemitteilung
Grundsatzentscheidung
über die Wiederentstehung des Salziger See liegt
allein in den Händen
der Seegemeinden und der Region
Anläßlich ihrer
traditionellen Kommunaltour trafen die Mitglieder der
Landtagsfraktion der PDS,
Stefan Gebhardt und Dr. Uwe-Köck, nach
Gesprächen mit der
Entwicklungsgesellschaft, dem Landrat, Bürgern und
dem AZV Süßer
See zur Problematik des Wiederentstehens des Salzigen See
folgende Einschätzung:
1. Die jetzige Situation
bedarf nicht weiterer Lippenbekenntnisse und
Vertröstungen in eine
unbestimmte Zukunft, sondern mehr denn je einer
nüchternen Analyse
des Machbaren vor dem Hintergrund des Finanzierbaren
und klarer Entscheidungen
in der Region und des Landtages zum Vorhaben
Salziger See.
2. Teure Brückenlösungen
haben auch zukünftig ohne Bundesunterstützung
keine Realisierungschance
und auch Dammvarianten stellen aus
bautechnischen, wasserwirtschaftlichen
und landschaftsästhetischen
Gründen keine ernsthafte
Alternative dar.
3. Die Wiederentstehung des
Salzigen See ist alternativlos an den
Verzicht einer bundesfernstraßenähnlichen
Direktverbindung Halle
Eisleben gebunden und damit
an die Notwendigkeit einer weiträumigen
Lenkung aller Durchgangsverkehre
über die BAB A 38. Das gilt auch für
Berufspendler und das regionale
Transportgewerbe.
4. Da von den verkehrlichen
Auswirkungen dieser Entscheidung direkt vor
allem die Interessen der
ortsansässigen Bevölkerung und des lokalen
Gewerbes, weniger die der
Region und schon gar nicht die des Landes
betroffen werden, muss von
den unmittelbar Betroffenen der Landespolitik
ein Entscheidungsvorschlag
unterbreitet werden.
5. Die PDS schlägt deshalb
ein Referendum in den Seelandgemeinden vor.
Dieser Bürgerentscheid
sollte gesondert durchgeführt und nicht an andere
Wahlen gekoppelt werden.
Vorbereitend ist die Bevölkerung nochmals
umfassend mit den entscheidungserheblichen
Details zu versorgen. Die PDS
schlägt in diesem Zusammenhang
vor, ein Bürgergutachten erarbeiten zu
lassen und die Entscheidung
der Landespolitik verbindlich an dessen
Empfehlung und das Votum
des Bürgerentscheides zu binden.
6. Nicht zuletzt aus Gründen
der Förderung des Fremdenverkehrs und
unabhängig von der
Entscheidung pro oder kontra Salziger See sieht die
PDS dringenden Handlungsbedarf
hinsichtlich einer spürbaren Verbesserung
der Gewässerqualität
des Süßen See. Hierfür ist erforderlich:
· Eine zeitlich begrenzte
Fortführung der Flusswasseraufbereitung bis
zum Jahre 2010.
· Die Anlage von
Vorbecken für die direkten Einleiter, insbesondere die
Böse Sieben.
· Einen großen
Teil der im See lagernden Sedimente zu entfernen. Hierfür
bedarf es noch wesentlicher
konzeptioneller Vorarbeiten.
| Dr. Uwe-Volkmar Köck.
MdL |
Stefan Gebhardt, MdL |
| Umweltpolitischer Sprecher |
Kulturpolitischer Sprecher |
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