Allen den Weg zum Abschluss
der 10. Klasse ermöglichen!
Schülerinnen und
Schülern der 9. Klassen nicht den Stuhl vor die Schultür setzen!
Das Kultusministerium hat
sich in diesen Tagen an die Eltern gewandt, um mitzuteilen, dass nunmehr
die Vollzeitschulpflicht wieder lediglich 9 Jahre beträgt. Deshalb
werden all jene Schülerinnen und Schüler, die 2004 den 9. Schuljahrgang
erfolgreich beenden und bisher nicht den Realschulabschluss anstrebten,
höflich aufgefordert, die Schule im August 2004 zu verlassen.
Dazu erklärt die bildungspolitische
Sprecherin der PDS-Fraktion im Landtag, Rosemarie Hein:
„Das ist gelinde gesagt ein
Skandal. Die Wahl der A- und B-Kurse*) war nie mit einer Entscheidung über
die Zeitdauer der allgemeinen Schulbildung verbunden.
Das Mindeste, was wir jetzt
fordern, ist, allen Schülerinnen und Schülern, die es wünschen,
wirklich die Chance zu geben, ein 10. Schuljahr zu absolvieren und den
Realschulabschluss anzustreben.
Dazu müssen Voraussetzungen
geschaffen werden, auch Jugendlichen, die bisher Kurse des unteren Leistungsniveaus
gewählt hatten, durch geeignete Maßnahmen den Weg zu einem mittleren
Schulabschluss am Ende der 10. Klasse zu ermöglichen.
Im Übrigen wird hier
deutlich, was sich hinter der Fassade des Schulgesetzes tatsächlich
verbirgt: Bildungsabbau für ganze Gruppen von Schülerinnen und
Schülern.“
*) nach den bis zur jüngsten
Schulgesetzänderung gültigen Regelungen für den Bildungsgang
an Sekundarschulen war der Unterricht in einigen wichtigen Fächern
in leistungsdifferenzierten Kursen, den A- und B-Kursen, vorzuhalten. Unabhängig
von der Kurswahl betrug die Vollzeitschulpflicht 10 Jahre.
Magdeburg, 22. 10. 2003
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