Ministerpräsident
muss Justizminister sofort entlassen
Nach Bekannt werden erneuter
Vorwürfe gegen Justizminister Curt Becker sieht sich die Fraktion
der PDS in ihrer Forderung noch sofortiger Beendigung des Amtsverhältnisses
des Justizministers Curt Becker bestätigt.
So stellt die PDS auf der
morgigen Landtagssitzung den Antrag, den Ministerpräsidenten Prof.
Wolfgang Böhmer aufzufordern, den Justizminister unverzüglich
zu entlassen.
Ein Justizminister, der
verfassungsmäßige Grundsätze des Rechtsstaates verletzt,
ist nicht mehr tragbar.
Mit Beeinflussungen solcher
Art, mit dem Missbrauch des Ministeramtes sowie der Verletzung des Neutralitätsprinzips
im Amt ist der Boden für Korruption und Gesetzesverletzung unweigerlich
vorbereitet.
Die Mitteldeutsche Zeitung
berichtet in ihrer heutigen Ausgabe, dass der Justizminister Curt Becker
nach Ablauf der in einer Ausschreibung für eine Notarstelle in Zeitz
gesetzten Frist, einen in Naumburg tätigen Notar D. zu einer nachträglichen
Bewerbung animierte.
Becker wollte damit eine
Notarstelle in der Stadt Naumburg streichen und den Notar D. in die Nachbarstadt
Zeitz versetzen.
Der Justizminister griff
durch seine Intervention in ein abgeschlossenes Verfahren ein.
Was muss noch alles passieren,
damit der Ministerpräsident endlich handelt?!
Im Interesse der weiteren
Sachverhaltsaufklärung durch Anhörung der Beteiligten fordern
die Mitglieder des Ausschusses für Recht und Verfassung der
Fraktion der PDS gemeinsam mit der SPD eine Sondersitzung des Rechtsausschusses.
Sollte Justizminister Becker
nicht zurücktreten bzw. Ministerpräsident Böhmer den Minister
nicht unverzüglich entlassen, wird die Fraktion der PDS die Einsetzung
eines Untersuchungsausschusses zur Amtsführung des Justizministers
beantragen.
Magdeburg, 22. Oktober 2003
Gudrun Tiedge
Rechtspol. Sprecherin
Petra Sitte
Fraktionsvorsitzende
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