EU-Agrarreform – große
Herausforderung für Unternehmens- und Betriebsberatungen
Im Entwurf für den Haushaltsplan
für das Jahr 2004 sieht die Landesregierung u. a. auch bei den Zuschüssen
für Unternehmens- und Betriebsberatungen in der Landwirtschaft eine
radikale Streichung der bisherigen Zuschüsse von einem Drittel vor.
Dieses Ansinnen wird von
dem Landtagsabgeordneten und agrarpolitischen Sprecher der PDS-Landtagsfraktion,
Hans-Jörg Krause, scharf kritisiert.
Abgesehen davon, dass die
PDS überhaupt großen Zweifel an der Richtigkeit und Sinnhaftigkeit
der EU–Agrarreform habe, wären die einschneidenden Veränderungen
des Prämienrechtes, die künftig auf die Landwirte zukommen würden,
in jeder Beziehung eine extreme Herausforderung.
Wenn die Zuschüsse
für Unternehmens- und Betriebsberatungen in der Vergangenheit notwendig
waren – und nach Ansicht des PDS-Politikers waren sie es zweifelsohne -,
dann würden sie es vor allem jetzt angesichts der bevorstehenden Veränderungen
und eher verwirrenden Beschlüsse zur EU-Agrarreform umso mehr sein.
Die bisher guten Erfahrungen in Sachsen-Anhalt gerade auf dem Gebiet der
Offizialberatung dürften nicht zunichte gemacht werden.
„Vor diesem Hintergrund haben
wir nach einer ersten Verständigung im Agrarausschuss am 18. 10. 2003
und in Vorbereitung auf die abschließende Beratung des Ausschusses
am 30. Oktober jetzt u. a. einen Antrag auf den Weg gebracht, der
darauf abzielt, dass trotz der prekären Haushaltssituation eine Kürzung
der Mittel in diesem Bereich nicht zugelassen wird.
Schließlich ist eine
Beratung im Sinne einer Präventivmaßnahme zur Umstrukturierung
und wirtschaftlichen Sicherung des Unternehmens immer noch die bessere
Variante als später „Sterbehilfen“ für gefährdete Agrarunternehmen
geben zu müssen.
Außerdem sollte nicht
unterschätzt werden, welche Auswirkungen der Rückzug der Landwirtschaft
nicht nur aus beschäftigungspolitischer, sondern auch aus sozialer
sowie kultureller Sicht, gerade in den stadtfernen ländlichen Regionen
haben könnte“, so der Landtagsabgeordnete Hans-Jörg Krause.
Magdeburg, 20. 10. 2003
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