Unverschämter Griff
in Taschen von Rentnerinnen und Rentnern
Zustimmung von Böhmer
verheerend, aber aus seiner Sicht folgerichtig
Die Bundesregierung hat mit
den Ergebnissen der Wochenendklausur zu einem unverschämten Griff
in die Kassen der Rentnerinnen und Rentner ausgeholt. In der Geschichte
der Bundesrepublik ist die tatsächliche Kürzung von Renten ein
einmaliger Akt, einer sozialdemokratischen Regierung unwürdig. Auch
für die Zukunft taugt das Vorgestellte nicht. Im Gegenteil, Altersarmut
wird dadurch nicht begrenzt, sondern ausgeweitet.
Angesichts dieses wie der
jüngsten Gesetzgebungsvorhaben ist es nur konsequent, wenn die SPD
künftig auf den Begriff soziale Gerechtigkeit in ihrem Parteiprogramm
verzichtet. Was Bundesregierung auf der und CDU/CSU-Opposition auf der
anderen Seite vorschlagen, ist nicht alternativlos. Die PDS hat in ihrem
Programm zu einer „Agenda sozial“ Vorschläge auch zur Sicherung der
Renten und zur Verhinderung von Altersarmut gemacht:
1. Wir gehen davon aus, dass
die Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung umgebaut
werden muss, in die alle entsprechend ihres Einkommens einzahlen. Dabei
sollen die Beitragsbemessungsgrenzen angehoben werden. Eine Rente von allen
für alle, heißt unsere Devise. Wer mehr leisten kann soll also
auch mehr einzahlen. Bei der Auszahlung der Rentenbeträge sollen dann
geringere Einkommen durch solidarischen Ausgleich gegenüber den höheren
Einkommen begünstigt werden. Das ist beileibe kein gleichmacherischer
Vorschlag, so funktionierte beispielsweise das Rentensystem in den USA
über Jahrzehnte.
2. Um Altersarmut wirksam
zu begrenzen schlägt die PDS eine Grundbetragsrente vor, die insbesondere
jenen Frauen in den alten Bundesländern zugute kommen würde,
die durch eigene Beitragszahlungen nur eine geringe Rente erhalten würden.
Während die Bundesregierung
nur danach trachtet, die Ausgaben aus der Rentenkasse zu verringern, legt
die PDS ein anderes System vor, dass Leistungskürzungen vermeidbar
macht und Armut im Alter wirkungsvoll verhindern hilft.
Die PDS Sachsen-Anhalt lehnt
die Pläne der Bundesregierung ebenso ab wie die verhaltene Zustimmung
des Ministerpräsidenten Böhmer. Er fügt hier seinen "Zukunftsvisionen"
ein weiteres aufschlußreiches Mosaiksteinchen hinzu.
Magdeburg, 20. Oktober 2003
Dr. Rosemarie Hein
Dr. Petra Sitte
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