PDS fordert den Erhalt
der kommunalen Krankenhäuser
Anlässlich eines Workshops
der PDS-Landtagsfraktion mit Kommunalpolitikern und Experten aus den Krankenkassen
und den Krankenhäusern am Wochenende zur Zukunft der Krankenhauslandschaft
in Sachsen-Anhalt forderte die gesundheitspolitische Sprecherin der
PDS-Landtagsfraktion Birke Bull den Erhalt der kommunalen Einrichtungen
im Land Sachsen-Anhalt.
Derzeit sind noch ca. 72%
der Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt in kommunaler Trägerschaft.
Angesichts der katastrophalen finanziellen Lage der kommunalen Haushalte
und angesichts eines enormen betriebswirtschaftlichen Drucks in den Häusern
selbst ist der Trend hin zum Verkauf der Krankenhäuser an privat-gewerbliche
Unternehmen auch in Sachsen-Anhalt unübersehbar.
Die Landkreise geben damit
erheblichen sozial- und gesundheitspolitischen Spielraum zugunsten einer
kurzfristigen Sanierung ihrer Haushalte auf.
Um dem finanziellen Druck
der Kommunen als Träger zu begegnen, ist es wichtig, dem Krankenhausmanagement
flexibles Agieren und weitgehend eigenverantwortliches Wirtschaften zu
ermöglichen. Die Umwandlung der Rechtsform der Trägerschaft hin
zu gemeinnützigen GmbHs oder kommunalen Eigenbetrieben wäre eine
tragfähige Alternative. Allein die Kommunen als Träger haben
die größten Potentiale für die Ausgestaltung von Krankenhäusern
als Gesundheitszentren. So besteht die Möglichkeit, verschiedene Angebote
der Gesundheitsversorgung unter einem Dach zu bündeln.
Künftig müsse,
so das Fazit der Veranstaltung, darüber nachgedacht werden, wie die
Kooperation zwischen den noch vorhandenen kommunalen Krankenhäusern
im Sinne von mehr Qualität der Angebote für Patientinnen und
Patienten aber auch im Sinne von Effizienz und Wirtschaftlichkeit verstärkt
werden kann. Kommunale Krankenhausketten wären eine durchaus denkbare
Alternative zum Verkauf an die großen privaten Krankenhausketten,
deren Gewinne dann dem Gesundheitssystem entzogen werden können.
Im Interesse einer planbaren
Perspektive fordert die PDS von der Landesregierung erneut die zügige
Novellierung des Krankenhausgesetzes. Der Umstieg von der traditionellen
Planung der Betten hin zu einer Planung erforderlicher Gesundheitsleistungen
ist längst überfällig.
Die Einführung einer
regionalen Planung würde darüber hinaus die Kooperation von Anbietern
der Gesundheitsversorgung wesentlich stärker befördern als eine
Bettenplanung auf der Landesebene.
Magdeburg, 19. Oktober 2003
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