Im Ergebnis der Anhörung
im Ausschuß für Recht und Verfassung zu den Vorgängen um
Justizminister Curt Becker erklärt die PDS-Landtagsfraktion:
Der Brief des Ministers diente
der Beeinflussung auf ein laufendes Verfahren, dies hat die Ausschußsitzung
bestätigt. Dabei ist es unerheblich, ob Herr Becker das auf dem Kopfbogen
des Ministers oder dem des Landtagsabgeordneten getan hat. Der Vorgang
selbst bleibt unzulässig.
Der Inhalt des Briefes des
Ministers hat zur Beeinflussung geführt, er wurde als ausdrücklicher
Wunsch des Ministers wahrgenommen.
Alle notwendigen Fakten
liegen auf dem Tisch der Öffentlichkeit, es gibt nichts Weiteres aufzuklären.
Diese Fakten lassen nur eines zu: Der Minister muß zurücktreten.
Daher erwartet die Fraktion
von einem Untersuchungsausschuß keine neuen Fakten. Sollte dieser
gefordert werden, wird die Fraktion den Untersuchungsauftrag bewerten und
sich dazu verhalten.
Die PDS-Landtagsfraktion
wird auf der kommenden Sitzung den Antrag stellen, den Ministerpräsidenten
aufzufordern, den Justizminister unverzüglich zu entlassen.
Mit seinen öffentlichen
Äußerungen verniedlicht und verharmlost der Ministerpräsident
die Vorgänge um den Justizminister. Es soll nicht übersehen werden,
daß gerade mit Beeinflussungen, wie hier geschehen, der Boden für
Korruption und Gesetzesverletzung bereitet wird.
Magdeburg, 14. Oktober 2003
Gudrun Tiedge, rechtspol.
Sprecherin
Dr. Petra Sitte, Fraktionsvorsitzende
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