PDS kann CDU-Fraktionschef
Scharf nur zustimmen
Scharfs Sympathien sollten
unverzüglich in eine Position der Landesregierung münden
Die PDS-Fraktion im Landtag
von Sachsen-Anhalt unterstützt die Ablehnung der Herzog-Pläne
durch den CDU - Fraktionschef Jürgen Scharf, der sich damit in den
Widerspruch zur Mehrheit seiner eigenen Partei begibt. Deren soziales Gewissen
scheint sich ohnehin derzeit auf einige wenige Politrentner zu reduzieren.
Die Einführung einer
Kopfpauschale würde vor allem bei den unteren und mittleren Einkommensbezieherinnen
und –beziehern eine zunehmende finanzielle Belastung mit sich bringen.
Bedenkt man die erheblichen
Zuzahlungen, die mit der neuen Gesundheitsreform auf die Versicherten zukommen
werden, dann ist absehbar, dass Gesundheitsleistungen zukünftig immer
stärker von der persönlichen Kassenlage abhängig gemacht
werden.
Die Situation um die Reform
der Sozialversicherung ist eine paradoxe:
Die großen Volksparteien
konkurrieren derzeit um den größtmöglichsten Umfang beim
Abbau des Sozialstaates. Zur Kasse gebeten werden diejenigen, die ohnehin
eher krank und behindert sind - die sozial Schwächsten dieser Gesellschaft.
Um Armut und Krankheit zu
verhindern, ist es nötig, die Leistungsfähigen der Gesellschaft
in die Verantwortung zu nehmen. Die Einführung einer Bürgerversicherung
in das Gesundheitssystem wäre ein erster Schritt.
Die Sympathien des CDU-Fraktionsvorsitzenden
sollte nach Auffassung der gesundheitspolitischen Sprecherin der PDS, Birke
Bull, schnell in politische Entscheidungen einmünden. Die Einführung
einer Bürgerversicherung hat auch für die Landespolitik richtungsweisende
Bedeutung. Eine Position hatte die Landesregierung bisher jedoch abgelehnt.
Man darf gespannt sein, welches Gewicht Scharfs Position dabei haben wird.
Magdeburg, 8. Oktober 2003
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