Ausbildungsplatzumlage
– gerecht finanziert
Auf dem heutigen Bundeskongress
des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) haben sich alle Einzelgewerkschaften
auf ein neues Modell zur Umlagefinanzierung für Ausbildungsplätze
geeinigt.
Entgegen der bisherigen Praxis
soll durch eine unabhängige Stelle, z.B. durch das Berufsbildungsinstitut,
der tatsächliche Bedarf an Ausbildungsplätzen jährlich ermittelt
werden. Diese Quote wird der pro Unternehmen erfassten jeweilig ausgezahlten
Bruttolohnsumme gegenübergestellt. Die endgültige Höhe der
zu zahlenden Umlage pro Nichtausbilder-Betrieb wird prozentual anhand seines
Bruttolohnanteils berechnet. Tarifliche Lösungen sollen jedoch gegenüber
diesem Umlagemodell die Vorfahrt haben.
Dazu Britta Ferchland, ausbildungspolitische
Sprecherin:
„Dieses Modell ist gerecht
und wird deshalb die volle Unterstützung der PDS erfahren. Es ist
gerecht, weil es erstens angesichts der prekären Lage am Ausbildungsmarkt
zeitlich überfällig ist. Im Land Sachsen-Anhalt bilden ca. nur
30 Prozent der Betriebe, die ausbilden könnten, auch wirklich aus.
Die Subventionen und Steuererleichterungen in Richtung Wirtschaft haben
nicht das Plus an Ausbildungsplätzen gebracht, das jährlich den
Jugendlichen versprochen wurde. Zweitens berücksichtigt das Modell
das Lohngefälle von West nach Ost in vernünftiger Art und Weise:
Nichtausbilder-Betriebe in den alten Bundesländern werden stärker
umlageverpflichtet als ausbildungsunwillige Unternehmen in den neuen Bundesländern.
Die Arbeitgeber sollten sich vernünftigerweise diesem Vorschlag nicht
entziehen, denn nicht die Umlage schadet der Wirtschaft, sondern die Tatsache,
dass in Deutschland zu wenig ausgebildet wird.“
Magdeburg, 07.10.2003
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