Das Jahr 13 - Politik
des Westens im Osten gescheitert
Erklärung von Dr. Rosemarie
Hein, PDS-Landesvorsitzende, und Dr. Petra Sitte, PDS-Fraktionsvorsitzende
13 Jahre nach dem Vollzug
der Staatlichen Einheit sind die Lebensverhältnisse der Menschen in
Ost und West immer noch nicht so, wie es das Grundgesetz fordert, nämlich
gleich. Trotz der Milliarden an Transferzahlungen haben die Menschen im
Osten nicht die gleichen Rechte, können sie nicht die gleichen Lebensansprüche
verwirklichen wie die Menschen in den alten Bundesländern. Die Menschen
hier jammern nicht, sie wollen arbeiten, wollen die Gestaltung ihres Lebens,
ihres Landes selbst in die Hand nehmen, aber dazu bedarf es konkreter Bedingungen.
Die Wirtschaftsentwicklung
stagniert, die Arbeitslosigkeit ist im Osten immer noch doppelt so hoch
wie im Westen, alle Maßnahmen der vermeintlichen Sanierung der Sozialsysteme
treffen die Menschen im Osten dramatischer. Die Quintessenz dieser nüchternen
Feststellungen, in der sich fast alle Parteien im Osten einig sind, kann
nur bedeuten: Die Politik des Westens ist im Osten gescheitert, die Befürchtungen,
dass der Osten dauerhaft zum Armenhaus Deutschlands wird bestätigt
sich auf erschreckende Weise. Die Reaktionen vor allem junger, gut ausgebildeter
Leute aus dem Osten ist verständlich: Sie suchen ihr Heil in der Abwanderung
und haben damit meistens Erfolg.
Doch diese Entwicklung war
und ist nicht unausweichlich. Es gibt alternative Wege. Allerdings wird
sich keine positive Veränderung einstellen, wenn der Osten zur Dumpingregion
gemacht wird. Vielmehr kommt es darauf an, die Potenzen des Ostens zu nutzen
und ihm die gleiche Aufmerksamkeit entgegenzubringen wie es auch für
andere strukturschwache Regionen in Deutschland erforderlich ist. Die PDS
hat ein "Innovationsprogramm Ost" entwickelt, das die Stärken des
Ostens, die vor allem in Bildung, Wissenschaft und in der Entwicklung moderner
Technologien liegen, mit zielgerichteten Förderprogrammen verbindet.
So wird es möglich sein, dass sich im Osten eine Modellregion für
modernes und ökologisches Wirtschaften entwickelt, die eine nachhaltige
Stabilisierung der Wirtschaft ermöglicht und beispielhaft auch für
andere Regionen sein kann.
Es kommt darauf an, mit der
Schaffung von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen die Kaufkraft im
Osten zu stärken. Das wird Investoren anlocken, nicht die Dumpinglöhne
und die "Lockerung" tariflicher und gewerkschaftlicher Rechte, wie es manch
ein Politiker der Öffentlichkeit glauben machen will.
Der Osten braucht Bedingungen
für einen selbsttragenden Aufschwung, keine Almosen auf Dauer! Erst
wenn auch das geschafft ist gibt es wirklich Grund zum Feiern.
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