Neues
Arbeitslosengeld II - harte Einkommenseinbußen für 150.000 Betroffene
in Sachsen-Anhalt
Erheblicher Kaufkraftverlust
schädigt Wirtschaft im Land
Von der Einführung des
neuen Arbeitslosengeldes II werden in Sachsen-Anhalt ca. 150.000 Menschen
betroffen sein. Sie werden Einkommenseinbußen, nicht selten in Höhe
von 300 - 400 € monatlich, hinnehmen müssen. Bisher betrug die
durchschnittliche Leistung für Arbeitslosenhilfeempfängerinnen
und –empfänger in den neuen Ländern ca. 460 €, künftig
wird deren Einkommen auf ca. 350 € gekürzt.
In Sachsen-Anhalt müssen
damit rund 88 % der bisherigen Empfänger von Arbeitslosenhilfe mit
erheblichen Verschlechterungen ihrer Einkommenslage rechnen.
Eine solche drastische Einschränkung
der Einkommenslage soll den Druck auf die Betroffenen erhöhen, sich
einen besser bezahlten Arbeitsplatz zu suchen.
Insbesondere für die
neuen Länder ist diese Gesetzesbegründung eine Farce. Für
die über 260.000 Arbeitssuchenden in Sachsen-Anhalt stehen gerade
mal etwas mehr als 10.000 freie Stellen zur Verfügung.
Die von der Bundesregierung
beabsichtigten drastischen Leistungseinschränkungen werden die Familien
von Langzeitarbeitslosen in eine prekäre finanzielle Lage bringen.
Die Armutsquote in Sachsen-Anhalt lag bereits 1998 bei 18% der hier lebenden
Haushalte. Spätestens im Jahr 2004 wird mit einem Anstieg über
die 20 %-Marke zu rechnen sein, ohne dass den Betroffenen Alternativen
in Form von existenzsichernden Arbeitsplätzen zur Verfügung stehen.
Der Wirtschaft in den neuen Ländern steht damit nach Angaben der ostdeutschen
Arbeitsminister ein Kaufkraftverlust von ca. 1 Milliarde € ins Haus.
Die PDS forderte deshalb
während der gestrigen Landtagssitzung die Verlängerung der beabsichtigten
Übergangsregelungen sowie eine Erhöhung der Festbeträge
der neuen Leistung auf 600 €, geplant ist dagegen ein Einfrieren der
Grundsicherung für Arbeitslose auf der Höhe der Sozialhilfe.
Dem Armutsrisiko für
Langzeitarbeitslose muss durch eine Grundsicherung auf einem soziokulturellen
Existenzminimun begegnet werden.
Magdeburg, 19. September
2003
Birke Bull
Sozialpolitische Sprecherin
der Fraktion
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