Theater in Sachsen-Anhalt
vor dem Aus
Mit der gestern von Kultusminister
Prof. Olbertz angekündigten Kürzung von bis zu 10% bei den Landeszuweisungen
für die Theater- und Orchester in Sachsen-Anhalt stehen mehrere Bühnen
in Sachsen-Anhalt vor dem definitiven Aus. Dies wurde mir von mehreren
Theaterintendanten bestätigt.
Besonders die kleinen Bühnen,
wie das Thalia-Theater in Halle, die Freien Kammerspiele in Magdeburg,
das Nordharzer Städtebundtheater, das Theater der Altmark und die
Landesbühne Sachsen-Anhalt in der Lutherstadt Eisleben werden eine
solche angestrebte Kürzung nicht verkraften, denn weder die Einrichtungen,
noch die entsprechenden Kommunen sind in der Lage, die Kürzungen abzufangen.
Damit droht der Theaterlandschaft in Sachsen-Anhalt der Tod.
Mit den vom Kultusminister
angekündigten Kürzungen hat die Landesregierung nun endgültig
die Katze aus dem Sack gelassen: Vor wenigen Tagen noch drohte Ministerpräsident
Böhmer, dass man über die Schließung von Theatern und Orchestern
im Land nachdenken müsse, wenn das Volksbegehren für eine bessere
Kinderbetreuung erfolgreich sei. Seit gestern steht fest, dass die Landesregierung
so oder so vor hat, Theatereinrichtungen im Land zu schließen. Offensichtlich
waren die Drohungen von Ministerpräsident Böhmer nur eine Art
Testballon hierfür.
Die PDS-Fraktion wird den
von der Landesregierung betriebenen Kulturabbau nicht widerstandslos hinnehmen.
Ziel muss es sein, nicht nur die Theaterlandschaft zu erhalten, sondern
ihre Finanzierung auf breitere Schultern zu lagern, in dem sich mehr Kommunen
an der Finanzierung für die Bühnen beteiligen, gerade solche
Kommunen, die wesentlich von Theatereinrichtungen profitieren.
Stefan Gebhardt
Kulturpolitischer Sprecher
Magdeburg, 11. September
2003
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