Musikschullandschaft
erhalten!
Die PDS befürchtet ein
massives Sterben von Musikschulen in Sachsen-Anhalt. Der Grund hierfür
ist das Vorhaben der Landesregierung, die bisherige Förderpraxis bei
den Musikschulen zu ändern. Mit dem Haushaltsplanentwurf soll fast
die Hälfte der Mittel für Musikschulförderung künftig
nicht mehr zweckgebunden, sondern zur freien Verfügung über das
Finanzausgleichsgesetz (FAG) an die Kommunen ausgereicht werden. Damit
ist zu befürchten, dass diese Mittel den Musikschulen nicht mehr zur
Verfügung stehen, sondern zur Bewältigung anderer Aufgaben im
kommunalen Bereich eingesetzt werden. Dies ergibt sich aus der dramatischen
Haushaltssituation in den Kommunen und Landkreisen, da die Kommunen verpflichtet
sind, alle zur Verfügung stehenden Mittel zur Haushaltskonsolidierung
oder zur Bewältigung ihrer Pflichtaufgaben einzusetzen. Demzufolge
wird es zu einem Sterben von Musikschulen in Sachsen-Anhalt kommen.
Hinzu kommt noch die Tatsache,
dass mit der beabsichtigten Neuregelung der Musikschulförderung
das Musikschulgesetz in Sachsen-Anhalt ausgehöhlt wird. Das Musikschulgesetz
ist Bestandteil des Schulgesetzes und sagt aus, dass für die Förderung
der Musikschulen das Land zuständig ist. Es schreibt in der Gesetzesverordnung
eine Qualitätsprüfung der Einrichtungen vor, bevor sie Fördermittel
erhalten. Eine solche Qualitätsprüfung durch das Land kann nicht
mehr erfolgen, wenn die Mittel zur freien Verfügung über das
FAG ausgeschüttet werden. Das Gesetz wird somit zur Makulatur.
Die Landesregierung opfert
ohne Not eine Musikschullandschaft, die bisher in ihrer Qualität ein
Aushängeschild Sachsen-Anhalts darstellte. Mit dem Musikschulgesetz
war Sachsen-Anhalt Vorreiter in der Bundesrepublik.
Die PDS-Fraktion will, dass
die Musikschullandschaft in Sachsen-Anhalt erhalten bleibt und wird hierzu
bereits in der kommenden Landtagssitzung parlamentarisch aktiv werden.
Musische Bildung für Kinder und Jugendliche ist aus unserer Sicht
unverzichtbar und darf nicht der kinderfeindlichen Politik der Landesregierung
zum Opfer fallen.
Stefan Gebhardt
Kulturpolitischer Sprecher
Magdeburg, 10.09.2003
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