Gesetzliche Krankenversicherung
künftig auf Bürgerversicherung umstellen
Zu erwartende Mehrkosten
müssen für das Land berechenbar bleiben
Die PDS-Landtagsfraktion
unterstützt den Vorschlag aus der Rürup-Kommission, die Gesetzliche
Krankenversicherung künftig auf eine Bürgerversicherung umzustellen.
Die Versicherungspflicht für alle – einschließlich Selbständiger,
PolitikerInnen, Beamter und freiberuflich Tätiger - ist zuallererst
eine Frage der Gerechtigkeit. Darüber hinaus könnte das Gesundheitswesen
auf diese Weise auf eine tragfähige finanzielle Grundlage gestellt
werden.
Die PDS unterstützt
damit sowohl die Position des sachsen-anhaltinischen Ministerpräsidenten
Prof. Böhmer als auch die des Gesundheitsministers Kley.
Für die ca. 23.000 Beamten
im Landesdienst bedeutete das eine Umstellung des bisherigen Beihilfesystems
auf eine allgemeine Versicherungspflicht.
Derzeit bezahlt das Land
rund 24,5 Millionen € Beihilfen und beteiligt sich damit zu mindestens
50% an den jeweils anfallenden Kosten im Falle notwendiger Gesundheitsversorgung
der verbeamteten Landesbediensteten. Die Pro-Kopf-Ausgaben liegen damit
bei ca. 860 € pro Jahr. In erster Instanz würden dadurch auf
das Land nicht unerhebliche Mehrkosten zukommen. Eine dadurch erreichbare
spürbare Absenkung der Beitragssätze von ca. 2-5% Punkten würde
diese Mehrkosten aber stark relativieren. Durch eine schrittweise Einführung
könnten die zusätzlichen Kosten über einen längeren
Zeitraum gestreckt werden. Die Zurückhaltung des Landes bei der Verbeamtung
von Landesbediensteten in den vergangenen Legislaturperioden würde
sich im Falle der Einführung dieses Modells ebenfalls auszahlen.
Eine schnelle Entscheidung
über die künftige Finanzierungsgrundlage der Gesetzlichen Krankenversicherung
ist notwendig, um sowohl die Kostenkalkulation als auch die Verbeamtungspolitik
des Landes berechenbarer zu machen.
Die PDS-Fraktion wird die
Landesregierung in der bevorstehenden Landtagssitzung am 18. und 19.September
auffordern, im Bundesrat tätig zu werden.
Birke Bull
gesundheitspolitische Sprecherin
Magdeburg, 5.September 2003
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