Agrarwissenschaftliche
Ausbildungs- und Forschungsstätte gefährdet
Zu den bevorstehenden Haushaltsberatungen
für das Jahr 2004 und der erklärten Absicht der Landesregierung,
die finanzielle Ausstattung der landwirtschaftlichen Fakultät
der Martin-Luther-Universität weiter zu kürzen, erklären
die Agrarpolitiker der Fraktion der PDS, Hans-Jörg Krause und Harry
Czeke:
Die erklärte Absicht
der Landesregierung, das bisherige Budget der landwirtschaftlichen Fakultät
weiter zu kürzen, ist unverantwortlich aus der Sicht gegenwärtiger
Erfordernisse zur wissenschaftlichen Begleitung und Gestaltung moderner
und zukunftsfähiger Agrarstrukturen in Sachsen-Anhalt. Dieses Vorhaben
der Landesregierung wird nicht nur verheerende Auswirkung auf die traditionsreiche
agrarwissenschaftliche Ausbildungs- und Forschungsstätte der Martin-Luther-Universität,
sondern auch unmittelbar Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Betriebe
in Sachsen-Anhalt haben. Die Existenz der kleinsten landwirtschaftlichen
Fakultät in der Bundesrepublik, die sich vor allem dem wissenschaftlichen
Vorlauf für moderne agrarische Großbetriebe widmet, ist unter
Beachtung dieser Haushaltspolitik ernsthaft gefährdet!
Bisher ist an die Fakultät
die Erwartung geknüpft worden, dass sie auch künftig ihren spezifischen
Beitrag zur langfristigen Sicherung eines qualifizierten Fachpersonals
in der Landwirtschaft beiträgt.
Dabei kann eine in den neuen
Bundesländern tiefverwurzelte agrarwissenschaftliche Einrichtung aus
unserer Sicht am besten den Erfordernissen gerecht werden, wie sie gerade
aus den spezifischen Agrarstrukturen im Osten Deutschlands und z. B. auch
aus den besonderen Erfahrungen im Umgang mit Agrargenossenschaften und
anderen Gemeinschaftsunternehmen erwachsen.
Mit der jetzigen haushaltspolitischen
Weichenstellung wird es für die Fakultät zunehmend komplizierter,
wenn überhaupt noch machbar, diese Aufgabe bedarfsgerecht zu erfüllen.
Vor diesem Hintergrund erwarten
wir, dass die beabsichtigten Kürzungen zurückgenommen werden
und nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten gesucht wird.
Magdeburg, 21.08.2003
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