Ein Jahr nach der Flut
die Dürre!
Der Klimawechsel - eine
politische Herausforderung für Sachsen-Anhalt
Die Folgen von sich im Ergebnis
eines Klimawandels ändernden Niederschlagsverhältnissen und zunehmenden
meteorologischen Extremereignissen hat Sachsen-Anhalt in nur einem Jahr
auskosten dürfen. Die globale Erwärmung hat ihre Hauptursachen
in einer Lebens- und Wirtschaftsweise, die noch weit davon entfernt ist,
nachhaltig zu sein. Der vorbeugende Hochwasserschutz benötigt eine
unterstützende Klimapolitik, die langfristig zu eine absolute Reduktion
der Treibhausgasemissionen führt Aktive Klimapolitik wiederum ist
in wesentlichen Teilen Energie- und Verkehrspolitik.
Und die Energie- und Verkehrspolitik
der Landesregierung entspricht nicht den Prinzipien der Nachhaltigkeit.
Sachsen-Anhalt bedarf endlich eines bestätigten ganzheitlichen Klimaschutzkonzeptes.
Die PDS hat den Faden der
Enquetekommission Zukunftsfähiges Sachsen-Anhalt aufgenommen und wird
im Laufe dieser Legislaturperiode sukzessive für die einzelnen Politikfelder
aufeinander abgestimmte Konzeptentwürfe für eine nachhaltige
Entwicklung zur Diskussion stellen.
Hinsichtlich des Hochwasserschutzes
vertritt die PDS folgende Positionen
1. Nachsorgende Bewältigungsstrategien
(Prinzip des "höheren Schornsteins" oder des "höheren Deichs"),
müssen Vorsorgestrategien weichen.
2. Vorsorgestrategien beim
Hochwasserschutz sind altbekannt, es gilt sie endlich durchzusetzen:
* den Flüssen mehr Raum
geben
* Niederschläge im
Einzugsgebiet dezentral zurückhalten
* die Siedlungsentwicklung
steuern.
* hochwasserverschärfende
Flussbaumaßnahmen unterlassen
3. PDS steht dem Artikelgesetz
zum vorbeugenden Hochwasserschutz grundsätzlich positiv gegenüber.
4. Die Landesrechtliche
Umsetzung muss mit der Novelle des Wassergesetzes bis Ende 2003 erfolgen.
Mit dem 2. InvestErlG sind in diesem Sinne bereits erste Regelungen getroffen
worden.
5. PDS schlägt ein
Deichbaueschleunigungsgesetz für Deichrückbaumaßnahmen
und Polder vor, das Verfahrensabläufe zeitlich verkürzt.
6. PDS fordert flankierende
Maßnahmen in den Bereichen Landwirtschaft und Verkehr, wie Umstellung
auf Grünland bedarf zugleich der Milchquoten für die Rinder oder
Förderung der Energieerzeugung mit Grünlandaufwuchs
7. PDS begrüßt
die stärker ökologische Ausrichtung der Unterhaltung auch der
Bundeswasserstraßen.
8. PDS fordert. dass der
Bund das vielfach angemahnte ganzheitliche Elbekonzept vorlegt.
9. Der Bund hat Aussagen
zur Schifffahrt auch oberhalb Magdeburgs zu treffen. PDS erneuert Forderung
nach verbindlicher internationaler Festschreibung der Ausbaustandards in
der Elbeschifffahrtsakte.
10. PDS erneuert Vorschlag
der Stiftung zur Förderung einer umweltverträglichen Binnenschifffahrt
11. PDS schlägt die
Bildung eines Bundesfonds oder einer Bundesstiftung zur Förderung
des vorbeugenden Hochwasserschutzes vor, der jährlich mit 1 % des
Hochwasserschadensbeseitigungsfonds ausgestattet wird (73,220 Mio. EUR
/ a).
Magdeburg, d. 12.08.2003
Dr. U.-V. Köck
umweltpolitischer Sprecher
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