Rolle rückwärts
in der Energiepolitik?
Nach Auffassung des umweltpolitischen
Sprechers Dr.Uwe-Volkmar Köck scheint die Landesregierung in der Energiepolitik
eine Rolle rückwärts vollführen zu wollen. Anders sind die
jüngsten Äußerungen von Wirtschaftsminister Rehberger zum
Entwurf eines Energiekonzeptes des Landes nicht zu interpretieren.
Wer mit in Morsleben und
Gorleben unmittelbar vor der Haustür liegenden ungelösten
Problemen einer Endlagerung der radioaktiven Abfälle nach einer Renaissance
des Atomstroms ruft und die Energiepolitik auf die Vokabel „Billigstrom“
reduziert, wer die Atomkraftwerksbauer ausdrücklich ins Land bittet
und Windanlagenbauern vorrangig den Export ihrer Anlagen empfiehlt, ist
noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen.
Auch die vollmundige Ankündigung
der Förderung von Forschung und Entwicklung zur effizienten Energieumwandlung
und -anwendung ist halbherzig angesichts der Abbaupläne der
Landesregierung im Hochschulbereich.
Zur Zeit ist Sachsen-Anhalt
Netto-Energie-Importland, verbrauchen immer weniger Sachsen-Anhalter immer
mehr Primärenergie.
Energieeffizienz, Contracting,
Senkung von Netzverlusten (10 % in LSA!), dezentrale Energieerzeugung,
Kraft-Wärme-Kopplung, kurz Senkung des absoluten Energieverbrauchs
durch sparsamsten und effizientesten Einsatz sowie Minimierung der Verluste
müssten deshalb ganz oben auf der Agenda eines Energiekonzeptes stehen.
Davon war von Minister Rehberger allerdings fast nichts zu vernehmen.!
Dr. Uwe-Volkmar Köck
Umweltpolitischer Sprecher
Magdeburg, 06.08.03
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