Neufassung der Gewerbesteuer
im Zuge der Gemeindefinanzreform bleibt inkonsequent
Zu dem Vorhaben der Bundesregierung,
die Neufassung der Gewerbesteuer innerhalb der Gemeindefinanzreform endlich
in Gang zu bringen, erklärt die finanzpolitische Sprecherin der PDS-Landtagsfraktion
Dr. Petra Weiher:
Die PDS-Landtagsfraktion
in Sachsen-Anhalt begrüßt grundsätzlich das Vorhaben der
Bundesregierung, die lange angekündigte und längst überfällige
Gemeindefinanzreform nun endlich auch in Hinblick auf die steuerlichen
Einnahmen weiterzuführen und dafür das Gewerbesteuermodell als
Ausgangspunkt zu nehmen. Das haben sowohl die kommunalen Spitzenverbände
als auch die PDS seit langem gefordert, stellt doch gerade die Gewerbesteuer
das finanzielle Bindeglied zwischen örtlicher Wirtschaft und Kommunen
dar. Insofern ist die Verbreiterung der Grundlage durch Einbeziehung der
Freiberufler nur konsequent, da auch diese seit Jahren von der Infrastruktur
der Kommunen partizipieren und an deren Kosten beteiligt werden sollten.
Auf Grund der Anrechenbarkeit von Gewerbesteuer auf die Einkommenssteuer
und entsprechender Freibeträge wird sich für den überwiegenden
Teil der Freiberufler nichts ändern, nur die Steueranteile von Bund,
Ländern und Kommunen verschieben sich zugunsten der Kommunen. Inkonsequent
und kontraproduktiv ist dagegen die Absicht der Bundesregierung, die Miet-,
Pacht- und Zinseinnahmen als gewinnunabhängige Kennziffern nicht in
die Gewerbesteuerberechnung aufzunehmen trotz Forderung der Kommunen.
Nur diese würden auch die Gewerbesteuer auf lange Sicht unabhängig
vom Gewinn und von Krisen machen und für eine Verstetigung der kommunalen
Einnahmen sorgen. Dieses Ziel wird mit den jetzigen Plänen nicht erreicht
werden - genau das war aber das ursprüngliche Ansinnen der Reform.
Daran wird auch die Erklärung der Bundesregierung nichts ändern,
nunmehr auch die großen Unternehmen, die in den letzten Jahren z.T.
keine Gewerbesteuer mehr zahlten, wieder daran zu beteiligen.
Das Ziel der Gemeindereform,
die kommunale Handlungsfähigkeit von Städten und Gemeinden auf
Dauer zu gewährleisten, kann nur durch eine wirkliche Reformierung
und Modernisierung der Gewerbesteuer erreicht werden. Reförmchen reichen
dafür nicht aus, wenn sie auch CDU und FDP gleichermaßen, aber
völlig unberechtigt, zum Aufheulen bringen.
Die PDS-Fraktion fordert
CDU und FDP in Sachsen-Anhalt auf, den einstimmigen Beschluss des Landtags
vom Februar 2003 mitzutragen und soziale Steuergerechtigkeit auch bei der
Durchführung der Gemeindefinanzreform von der Bundesebene einzufordern.
Magdeburg, 5.8.2003
Petra Weiher, MdL
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