Wenn sich die SPD doch
nur trauen würde.....
Die CDU-Bundestagsfraktion
hat mal wieder Angst, die Umlage würde kommen. Die bildungspolitische
Sprecherin der CDU-Bundestagsfraktion Katharina Reiche ließ gestern
vermelden, dass Abgaben neue Ausbildungsplätze verhindern. Nun weiß
sicher Frau Reiche nichts besseres, als es dem Arbeitgeberpräsidenten
Hundt nachzuplappern und spricht vom Sündenbock Wirtschaft und von
politischer Erpressung.
So entstehen keine neuen
Ausbildungsplätze, erklärte sie.
Ach Frau Reiche, wie Recht
Sie doch haben. Neben der zur Zeit in Deutschland vorherrschenden wirtschaftlichen
Situation mit einer ausgeprägten konjunkturellen Schwäche haben
nach Einschätzung der PDS hausgemachte politische Fehler die entstandene
Situation verursacht, die entgegen politischer Absichtserklärungen
für Tausende von Jugendlichen in diesem Sommer eine erfolgreiche Integration
in Ausbildung oder Arbeit verhindern werden.
Die Agenda 2010 ist ein
Programm der sozialen Ausgrenzung.
Wir wissen allerdings, dass
es ein Irrtum ist, zu glauben, dass eine Politik der Leistungskürzungen
den Faktor Arbeit verbilligt und damit zu einer Belebung auf dem Arbeitsmarkt
führt. Der Paradigmenwechsel in der Arbeitsförderung, die Kommerzialisierung
der BA-Politik durch Aufgabe der sozial- und bildungspolitischen Ziele
und Instrumente der Arbeitsförderung (SGB III) hat nicht nur zu einer
faktischen Abkehr vom Ziel der Vollbeschäftigung, sondern zu einer
politisch induzierten Erhöhung der Arbeitslosenzahlen (auch und vor
allem) bei jungen Leuten geführt.
Die kurzsichtige Geschäftspolitik
der Bundesanstalt für Arbeit hat dazu geführt, dass viele Jugendberufshilfe-Träger
in Planungsunsicherheiten gestürzt wurden, mit der Folge, dass befristete
Arbeitsverträge nicht verlängert und viele hundert Beschäftigte
entlassen worden sind. Neben den verlorengegangenen Arbeitsplätzen
infolge des abrupten Kurswechsels in der Förderung der beruflichen
Fort- und Weiterbildung (FBW) durch Einführung von Bildungsgutscheinen
gehen auch bei den Trägern der Jugendberufshilfe in diesen Wochen
Hunderte von Arbeitsplätzen verloren.
Die Vorgabe der Europäischen
Union, wonach keinem Jugendlichen eine Berufsausbildung verwehrt und keinem
Menschen unter 25 Jahren eine Erwerbslosigkeit von länger als sechs
Monaten zugemutet werden soll, wird nicht ernst genommen. Dies hat allerdings
die Kohl-Regierung auch nicht getan, sondern das Problem ausgesessen. Es
ist unredlich, sich als die Jungfrau von Orleans zu präsentieren.
Die Ursachen der Jugendberufsnot liegen in der Kohl-Ära, das vergessen
wir nicht.
Aber, keine Angst Frau Reiche,
die SPD traut sich eh nicht, die Abgabe oder Ausbildungsumlage durchzusetzen.
Also durchatmen!
Die PDS hält es endlich
für notwendig, Strukturreformen im Ausbildungs- und Beschäftigungssystem
einzuleiten, (u. a. durch eine grundlegende Berufsbildungsreform), die
allen Jugendlichen, auch den Schwächeren, eine qualifizierte Berufsausbildung
bzw. Ausbildungsvorbereitung ermöglicht, wir arbeiten daran.
Magdeburg, 31. Juli 2003
Britta Ferchland
Ausbildungspolitische Sprecherin
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