PolitikParteiProgrammWahlenLinksemail
AktuellPDS-LandtagsfraktionPDS-LandtagsfraktionPDS-KreisverbändePDS-KreisverbändePDS-onlinePDS im Bundestagbildungsverein-elbe-saale

Eine seltsame Blüte aus dem Sommerloch - Gabriel fordert Zwangsdienst für Jugendliche
 

Nun ist es wohl für einige doch zu warm geworden. Wie sonst soll man den Vorschlag des niedersächsisches SPD-Fraktionsvorsitzenden Gabriel werten? 
Er will einen Zwangsdienst für Jugendliche einführen und diese in Kindergärten und in der Altenpflege einsetzten. Er wird auch nicht müde zu begründen, dass durch einen Zwangsdienst für alle Jugendlichen die Benachteiligungen der Frauen aufgehoben wird. 

Gabriel glaubt, damit „sozialen Patriotismus“ und eben Gemeinschaftssinn zu bewirken. Er fordert Rücksicht, soziales Engagement und Verantwortungsgefühl von Jugendlichen ein, als hätten sie es bis heute nicht gehabt. 

Allein. die Forderung ist kurzsichtig und von wenig Sachkunde gekennzeichnet: 

1. Es ist gerade ein Jahr her, dass  Jungendliche sich beim Jahrhunderthochwasser herausragend engagiert haben – dies haben viele, auch der Bundeskanzler immer und immer wieder betont. 
2. Man erreicht durch Zwangsdienste keinen Gemeinschaftssinn, diesen schafft man nur durch frühzeitiges Kennenlernen und vor allem durch eigenes Erleben. 
3. Vergessen sind auch die vielen Jugendlichen, die sich im Freiwilligen Sozialen Jahr, in Friedenskreisen oder im ökologischem Jahr engagieren - für ein Taschengeld. 
4. Der Vorschlag soll wohl auch von der Ausbildungsmisere ablenken. Es reicht nicht, Jugendliche in Sonderprogramme zu vermitteln und durch eine Warteschleifenpolitik ihren Weg in das Leben zu versperren. 
5. Durch ihren Vorschlag werden noch mehr Arbeitplätze in diesen Bereichen verloren gehen und durch Hilfsjobs ausgeführt werden.
Es geht auch um Qualität in der Betreuung von Kindern und auch von älteren Menschen - beides sollten nicht zu Versuchszwecken dienen. Wenn wir so viele „Hilfsjobs“ hätten und sie durch Jugendliche per Zwang auszuführen wären, würden das auch die Beschäftigungstür für Menschen  zuschlagen, die nicht so leistungsfähig sind und einen erhöhten Förderbedarf haben. 
Die PDS setzt auf freiwilliges Engagement, dieser  ist der "soziale Kitt" der Zivilgesellschaft. Die Erfolge, die auch Jugendliche dabei spüren, sind auch eine Zukunftsfrage, vor allem bei der Stärkung der Zivilcourage gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit. 
Die freiwilligen Dienste sind eine wichtige Ressource der Bürgergesellschaft.  Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden Lern- und Erfahrungsräume für gesellschaftliche Partizipation und bürgerschaftliches Engagement geboten. Die Besonderheit besteht darin, dass sie einerseits Bildungsjahr und Orientierungsphase sind, andererseits die Übernahme sozialer Verantwortung ermöglichen. Diesen Zusammenhang gilt es zu stärken. 

Die PDS wendet sich gegen einen Pflichtdienst, bürgerschaftliches Engagement lässt sich nicht staatlich verordnen. 
 

Britta Ferchland 
ausbildungspol. Sprecherin 

Magdeburg, 24. Juli 2003 
 
 

 
Suchen
Termine
Spenden
Parteireform
Mitglied werden
die Jugend der PDS - Kandidaten
die sozialistische jugend
Frauen in der PDS

update 24.07.03
Seitenanfangzurück