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Mansfelder Seen haben eine gemeinsame Zukunft!

Wiederkehr des Salzigen Sees ist möglich

Am 22. Juli 2003 stellten die Fraktionsvorsitzende Dr. Petra Sitte, der umweltpol. Sprecher Dr. Uwe-Volkmar Köck und der Wahlkreisabgeordnete Stefan Gebhardt in Eisleben ein Konzept zur Gestaltung der Seenlandschaft in der Region vor. (s. Anlage)

Darin wird u.a. die Landesregierung aufgefordert, endlich eine eigene Position zur Problematik "Salziger See" zu entwickeln und vorzustellen.

Der Kern des Alternativkonzeptes der PDS liegt, so wurde betont, in einer strikten Funktionstrennung zwischen Süßem und Salzigem See, zwischen sanftem Tourismus, Wassersport und Freizeitaktivitäten auf der einen und ungestörter Naturentwicklung, Naturschutz und Naturtourismus auf der anderen Seite.

Die PDS-Landtagsfraktion wird in Konsultation mit den regionalen Gliederungen der PDS weitere Initiativen für den Landtag vorbereiten und in Gang setzen.

Magdeburg, 23. Juli 2003 


Anlage 

PDS-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt

PDS-Fraktion im Kreistag des Landkreises Mansfelder Land

PDS-Kreisvorstand Mansfelder Land

                                                                                   Eisleben, 22.07.2003
 
 

Mansfelder Seen haben eine gemeinsame Zukunft !

Ursachen für enttäuschte Hoffnungen sind hausgemacht

Die im Mansfelder Land mit der Wiederkehr des Salzigen Sees verbundenen Hoffnungen drohen mit einem ablehnenden Bescheid des Fördermittelantrages durch Brüssel insgesamt wie buntschillernde Seifenblasen zu zerplatzen. 

Die PDS sieht die Hauptursachen für das drohende Scheitern 

·       im Fehlen eines klaren Votums des Parlaments pro Wiederentstehung des Salzigen Sees,

·       in unrealistischen Nutzungsvorstellungen, 

·       im Fehlen von Alternativen für den Fall des Ausbleibens der Unterstützung durch die EU,

·       im Selbstzweifel der Verantwortlichen in der früheren SPD-Landesregierung und der Region an der generellen Förderwürdigkeit des Vorhabens. 

Keine weiteren Lippenbekenntnisse

Die jetzige Situation bedarf nicht weiterer Lippenbekenntnisse und erneuter Vertröstungen in eine terminlich unbestimmte Zukunft, sondern mehr denn je einer nüchternen Analyse des Machbaren vor dem Hintergrund des Finanzierbaren und jetzt erst Recht eines klaren Bekenntnisses der Region und des Landtages zum Vorhaben Wiederentstehung des Salzigen Sees. 

1.      Die PDS fordert deshalb die Landesregierung auf, den misslungenen Förderantrag in Brüssel sofort zurückzuziehen, um eine Förderung möglicher Alternativprojekte nicht zu behindern.

2.      Die PDS wird vorbehaltlich der örtlichen und regionalen Zustimmung im Herbst 2003 den Entwurf eines „Grundsätze-Gesetzes zur Wiederentstehung des Salzigen Sees“ in den Landtag einbringen. 
 
 

Die Wiederkehr des Salzigen Sees ist möglich

Die PDS aus dem Mansfelder Land und die PDS-Landtagsfraktion gehen davon aus, dass 

·der auf parlamentarische Initiative der PDS zu Stande gekommene Bericht der Landesregierung zum Stand der Wiederentstehung des Salzigen Sees aus dem    Jahre 2000 erkennen lässt, dass die Wiederentstehung weiterhin grundsätzlich möglich ist,

·wegen der Unwägbarkeiten hinsichtlich Wasserbilanz und Wasserstandsdynamik gerade in Trockenjahren und einer bis zu 20 Jahre in Anspruch nehmenden      ökologische Stabilisierungsphase die generelle Erreichbarkeit einer Badewasserqualität (Einhaltung der Grenzwerte der EU-Badewasserrichtlinie) in Frage steht   und deshalb von anspruchsvolleren Nutzungen abgesehen werden sollte. 

Alternative:  Funktionstrennung

Der Kern des Alternativkonzeptes der PDS liegt in einer strikten Funktionstrennung zwischen Süßem und Salzigem See, zwischen sanftem Tourismus, Wassersport und Freizeitaktivitäten auf der einen und ungestörter Naturentwicklung, Naturschutz und Naturtourismus auf der anderen Seite.

In dem Zuge, wie der Salzige See seine Vorrangfunktionen Naturschutz zu erfüllen beginnt, können bestimmte Restriktionen am Süßen See gelockert werden, wobei das Bebauungsverbot der Ufer unangetastet bestehen bleibt. 

Alle Kraft ist auf die Verbesserung der Wasserqualität des Süßen See zu konzentrieren, wie Beibehaltung und ggf. Ausweitung der Flusswasseraufbereitung, Prüfung einer Entschlammung, Erosionsminderung. Dafür sind Fördermittel der EU einzuwerben. 

Durch den Verzicht auf eine öffentliche Badenutzung sind geringere Einstauhöhen des Salzigen Sees möglich. Diese 

·       verhindern Gebäudeschäden in den Seerandgemeinden nahezu völlig,

·       erübrigen den Test der Standsicherheit der Kläranlage Rollsdorf,

·       erübrigen eine Verlegung der B 80 vollständig bzw. lassen eine kostengünstige Dammvariante auf der  bestehenden Trasse zu,

·       sind allerdings dauerhaft mit einer Wasserhebung verbunden.

Mit einem flacheren Salzigen See entsteht ein dem sich zwischen Österreich und Ungarn erstreckenden Neusiedler See vergleichbarer Steppensee und damit gleichermaßen ein Eldorado für Vogelwelt und Naturfreunde. 
 
 

Botschaften

Mit den Botschaften 
 
„Der Salzige See - der Neusiedler See des Nordens“ und

„Da muss man dabei gewesen sein“ .

kann bei ausgewählten Zielgruppen (z.B. bei Wissenschaftlern und Studenten) das spezifische Interesse geweckt werden, den historisch einmaligen Vorgang des Wiederentstehens eines Sees in dieser Dimension zu begleiten. 

Für die Charakterisierung der Region und Schwerpunktsetzungen für ein Marketing steht eine große Zahl von Merkmalen zur Verfügung.

Alleinstellungsmerkmale der Region sind:  Luther - Kupfer - Aprikosen [- Montanwachs]

Als verbindendes Merkmal mit anderen Regionen, zu denen partnerschaftliche Beziehungen aufgenommen werden sollten, steht auch der „Weinanbau im nördlichsten Weinbaugebiet Deutschlands“.
 
 
 

Nachhaltige Entwicklung im Einzugsgebiet

Damit die einst als „Blaue Augen des Mansfelder Landes“ bezeichneten Seen ihrem Namen (wieder) gerecht werden können, bedarf es zwingend einer nachhaltigen Nutzung im gesamten Einzugsgebiet. 

Die im Bewirtschaftungsplan Salza gegebenen Handlungsempfehlungen sind zu einem Regionalen Teilgebietsentwicklungsplan/ Regionalen Teilgebietsentwicklungskonzept (REK) weiterzuentwickeln. Das Einzugsgebiet ist als Modellregion für die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie hervorragend geeignet. Kernpunkte sind u.E. 

·       eine ganzheitliche Betrachtung des gesamten Einzugsgebietes beider Seen (= Salza),

·       die Realisierung des Gewässerrandstreifenprogramms,

·       eine nachhaltige Landbewirtschaftung zur Reduzierung des Boden-. und Nährstoffabtrags,

·       eine möglichst weitgehende Schließung von Stoffkreisläufen in der Landwirtschaft,

·       die modellhafte Gestaltung einer regionalen Eigenenergieversorgung aus Biogas - Windkraft                     Solarenergie
 
 

Neuen Anlauf auf eine EU-Förderung nehmen

Die Einmaligkeit der bei der Wiederentstehung des Salzigen Sees zu lösenden Aufgaben sind weiter herauszuarbeiten. Damit erhöhen sich auch die Chancen, Fördermittel für Pilot- und Demonstrationsprojekte (z.B. über LIFE) einwerben zu können. 

Gegenüber der bisherigen Vorzugsvariante ergeben sich Einsparungen bei einmalige Kosten in Höhe
von 47,5 - 62,5 Mio. € für

·       Wasserbau                                                   5,0 Mio. € 

·       Salzaausbau                                                 2,5 Mio. € 

·       Vernässungsschäden der Bausubstanz           25,0 Mio. €

·       Verlegung B 80                                             15,0 - 30,0 Mio. €
 
 

und ein Anfall laufende Kosten von jährlich 0,25 Mio. € für

 

·       das Pumpwerk Wansleben a. See                                0,10 Mio. € / a

·       die Flusswasseraufbereitung Süßer See (wie bisher)      0,15 Mio. € / a
 
 
 

 

 
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