Eine klare Antwort statt
Spekulationen um die Rechtsform der Universitätskliniken
In den vergangenen Wochen
häuften sich Gerüchte und Befürchtungen, dass die Landesregierung
an einer Veränderung der Rechtsform der Universitätsklinika arbeiten
würde. Dass sich diese Diskussionen im Vorfeld von Entscheidungen
zur Hochschulstruktur des Landes verdichten, kann nicht wirklich verwundern.
Allerdings liegen Ergebnisse der zweiten Arbeitsgruppe des Kultusministers
zur Zukunft der Universitätsklinika noch nicht vor.
Erfahrungen mit der Privatisierung
der Unfallklinik Bergmanntrost in Halle werfen nachträglich zahlreiche
Fragen zur Richtigkeit dieser Entscheidung auf. Auch in anderen Ländern,
wie beispielweise in Sachsen, sind Privatisierungen in diesem Bereich erfolgt
und haben die Erwartungen nicht erfüllen können.
Um der Gerüchteküche
Einhalt zu gebieten, hat die PDS-Fraktion bei der Landesregierung einfach
nachgefragt. Das Finanzministerium ist seinerseits allen Gerüchten
entgegen getreten und hat betont, dass es mit Blick auf Haushaltsentscheidungen
für das Jahr 2004 keinerlei Pläne in Richtung Privatisierung
bzw. Änderung der Rechtsform gäbe.
Auch die PDS-Fraktion lehnt
eine Veränderung der Rechtsform und eine Privatisierung der Universitätskliniken
und/oder von Teilen ab. Die bisherige Form hat sich bewährt und ist
flexibel genug, sich den Anforderungen zu stellen. Abgesehen davon sind
die Folgen aus der Gesundheitsreform der Bundesregierung für die Klinika
im Einzelnen noch gar nicht absehbar.
Besonders geht es der PDS
um die Sicherung einer hohen Qualität von Forschung und Lehre, um
Deckung des eigenen Fachkräftebedarfs, um die Erhaltung von Maximalversorgung
und Spitzenmedizin und um Planungssicherheit in der Finanzierung sowie
Beschäftigung der MitarbeiterInnen und Hochschulangehörigen.
Dass es dennoch gilt Ressourcen
effektiv einzusetzen und Komplementarität wo es sinnvoll ist zu vereinbaren,
ist unumstritten.
Allerdings verwundert es
schon, dass diese Diskussionen von der Verwaltungsebene des Universitätsklinikums
Magdeburg selbst ausgelöst werden! Dass muss Misstrauen hervorrufen.
Und das zu einem Zeitpunkt, an dem grundsätzliche Entwicklungsentscheidungen
in Vorbereitung sind.
Die PDS lehnt jegliche Spekulationen
um Wechsel in der Rechtsform ab.
Petra Sitte
Wissenschaftspolitische
Sprecherin der PDS-Fraktion
Magdeburg, 15. Juli 2003 |