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Landtagssitzung am 3. und 4. Juli 2003 >>> Tagesordnung

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Koalition und SPD gegen Hilfe für Kommunen

CDU-, FDP- und SPD-Fraktionen im Landtag lehnten die Auflage eines kommunalen Soforthilfeprogramms ab 

Nachdem die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission zur Gemeindefinanzreform am 03. Juli 2003 ihre Arbeit ergebnislos abgeschlossen hat, ist eine den Aufgaben der Kommunen angemessene finanzielle Ausstattung in eine weite Ferne gerückt. 
Zwar wird im Abschlussbericht nun das Modell der Modernisierung der Gewerbesteuer präferiert und das unsägliche BDI-Modell mit kommunalen Hebesätzen auf die Einkommens- und die Körperschaftssteuer beerdigt, was den Forderungen der Kommunen entspricht und von der PDS stets unterstützt wurde. Allerdings ist die Ausweitung der Bemessensgrundlage der Gewerbesteuer halbherzig, da auf die Einbeziehung von Zinsen, Pachten und ähnliche ertragsunabhängige Elemente verzichtet wurde. 

Während der bayerische Finanzminister sowie weitere Bundespolitiker von CDU und CSU sich für die Auflage eines kommunalen Soforthilfeprogramms ausgesprochen haben, lehnen dies die CDU-, SPD- und FDP-Fraktionen des Landtages von Sachsen-Anhalt unter dem Vorwand ab, dies sei keine dauerhafte Lösung. 
Damit hat sich die FDP-Fraktion auch entgegen der Verlautbarung ihrer finanzpolitischen Sprecherin, Dr. Hüskens, ausgesprochen, die sich in einer Pressemitteilung vom 04.07.2003 für ein kommunales Soforthilfeprogramm ausgesprochen hat. 

Mit dieser Verweigerungshaltung wird die derzeitige desolate Finanzlage der Kommunen in Sachsen-Anhalt, auch vor dem Hintergrund der Vorziehung der dritten Stufe der Steuerreform und deren weitere finanzielle Einschnitte bei den Kommunen, nicht entschärft. 
Damit wurde die Möglichkeit der Einflussnahme des Landes auf die Bundesregierung auf der Grundlage eines Beschlusses des Landtages nicht in Anspruch genommen. 

In wie weit der von der Bundesregierung angekündigte Gesetzentwurf für eine Gemeindefinanzreform tatsächlich zum 01.01.2004 in Kraft treten kann, ist vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Prioritätensetzung zur Gewerbesteuer oder Kommunalsteuer zwischen den kommunalen Spitzenverbänden und den Fraktionen des Bundestages fraglich. 
 
 

Gerald Grünert 
kommunalpolitischer Sprecher 

Magdeburg, 4. Juli 2003 
 
 

 
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update 04.07.03
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