Vorwürfe der Landesregierung
an die Kommunen wegen zu hoher Personalausstattung vergiften unnötig
das Klima
Die von der Landesregierung
vorgelegten Zahlen zur Höhe der Personalausstattung der Kommunen im
Land Sachsen-Anhalt unterschlagen wichtige Aspekte einer nüchternen
Betrachtung dieses Problems:
1. Die Landesregierung selbst
hat mit dem Stopp der Verwaltungsreform einer der wichtigsten Voraussetzungen
für einen Personalabbau, vor allem im Kernverwaltungsbereich selbst
zerstört. Nunmehr in einem Vergleich festzustellen, dass andere ostdeutsche
Bundesländer, die diesen Prozess zum Teil schon bewältigt haben,
weniger Personal benötigen, ist unverfroren.
2. In den Darstellungen
und Bewertungen der Landesregierung wird das kommunale Personal ausschließlich
als Kostenfaktor, nicht aber als Leistungsträger bewertet. Auch beim
kommunalen Personal kann man sich kaputtsparen. Es ist schon bemerkenswert,
wenn der Landkreis Schönebeck, dessen Kommunen den geringsten Besatz
an öffentlich Bediensteten hat, das von allen Landkreisen zweitgrößte
Defizit pro Einwohner in den kommunalen Kassen aufweist.
3. Die kommunalen Spitzenverbände
und die Landesregierung befinden sich zur Zeit in der Diskussion um die
Ausgestaltung der Kommunalfinanzen für die nächsten Jahre. Offensichtlich
will die Landesregierung mit solchen Attacken die Kommunen in die Defensive
drängen, vergisst jedoch dabei, dass solche öffentliche Begleitmusik
ein schlechter Ratgeber für vernünftige Verhandlungen ist.
Die PDS fordert die Landesregierung
auf, bei der Bewertung der Kosten für den öffentlichen Dienst
ihre eigene Verantwortung wahrzunehmen und nicht auf dem Rücken der
in den Kommunen Beschäftigten von den eigenen Versäumnissen abzulenken.
Magdeburg, 23. Jun. 2003
Wulf Gallert
parlament. Geschäftsführer
Gerald Grünert
kommunalpol. Sprecher
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