Ausbildungsabgabe - Grosses
Jammern bei den Kammern
Dass die Agenda 2010 um die
Möglichkeit einer Ausbildungsabgabe ergänzt wurde, ist vernünftig
und vollkommen zu begrüßen. Wenn schon alle ihren Beitrag leisten
sollen, dann eben auch diejenigen Betriebe und Unternehmen, die sich Ausbildung
leisten könnten, aber nicht ausbilden.
Nun bricht das große
Klagen bei Kammern, Industrie und Arbeitgebern aus; Forderungen nach mehr
staatlicher Unterstützung werden laut – was absolut nicht nachzuvollziehen
ist. In Sachsen-Anhalt werden nur noch 48 Prozent der Jugendlichen im Dualen
System ausgebildet, diese Ausbildungsplätze werden zu 87 Prozent von
Land und Bund gefördert. Neben dieser Förderung existieren auch
noch Lohnkostenzuschüsse für Betriebe, die erstmalig ausbilden
und nicht zuletzt die Angebote der Ausbildungsplätze über den
eigenen Bedarf hinaus werden durch verschiedenste Fördertöpfe
bedient.
Das alles hat zu einer wirklichen
Steigerung der Zahl betrieblicher Ausbildungsplätze nicht geführt
– vielmehr sinkt jährlich die Zahl betrieblicher Ausbildungsplätze
kontinuierlich, obwohl jedes Jahr die Kammern anderes versprechen. Im Land
Sachsen-Anhalt bilden nur ca. 30 Prozent der Betriebe, die ausbilden
könnten, auch wirklich aus. Für Betriebe, die aus finanziellen
Gründen bisher nicht ausbilden konnten, dies aber wollen, hält
die PDS eine Ausbildungsabgabe für gerechtfertigt.
Britta Ferchland; MdL
Ausbildungspolitische Sprecherin
der PDS
Magdeburg, 23.05.2003
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