| Landesregierung zeigt
sich konzeptionslos bei der Bekämpfung von Armut in Sachsen-Anhalt
PDS wird in Kürze
eigenes Konzept vorstellen
Nach Angaben des kürzlich
veröffentlichten Armutsberichtes in Sachsen-Anhalt galten bereits
1998 18% der Haushalte im Land als arm. Seitdem ist sowohl die Zahl der
SozialhilfeempfängerInnen als auch die der ArbeitslosenhilfeempfängerInnen
in Sachsen-Anhalt stetig gestiegen. Im Jahr 2003 kann demnach davon ausgegangen
werden, dass die Armutsquote im Land bei nahezu 20% liegt.
Die Landesregierung zeigte
sich dazu in der gestrigen Landtagssitzung konzeptionslos. Nach Einschätzung
der sozialpolitischen Sprecherin der CDU-Fraktion, Frau Liebrecht, sei
sie nicht in der Lage, gemäß einer Forderung der PDS, den Sozialausschuss
über ein ganzheitliches Konzept zur Bekämpfung der Armut und
deren Folgen vorzulegen. Statt dessen werden nach dem Willen des Sozialministers
Kley künftig die Sozialhilfesätze eingefroren und von der Rentenentwicklung
abgekoppelt. Der Kultusminister des Landes bittet künftig auch SozialhilfeempfängerInnen
für die Schulbücher ihrer Kinder zur Kasse. Die PDS fordert,
beide Vorhaben unverzüglich zurückzunehmen. Die Landesregierung
produziert auf diese Weise die Armut mit, die sie anschließend untersuchen
lässt.
Es muß nach Ansicht
der PDS darum gehen, das Netz der Beratungsstellen für Menschen in
sozialen Notlagen längerfristig zu sichern. Eine Möglichkeit
wäre dabei die Unterstützung des Modells einer integrierten Beratungsstelle.
Mit einer Sozialpauschale, die direkt an die Landkreise geht, in Höhe
der derzeit aufgewandten Mittel für die Beratungsstellen, könnte
dieses Vorhaben unterstützt und eine verlässlichere Planung ermöglicht
werden.
Die sozialpolitische Sprecherin
der Fraktion Bike Bull wies in der Debatte auf den Zusammenhang zwischen
arm und reich hin. Wer Armut verhindern wolle, müsse die Leistungsträger
in die Pflicht nehmen.
Die PDS-Landtagsfraktion
wird in Kürze ein eigenes Maßnahmebündel zur Bekämpfung
von Armut in Sachsen-Anhalt vorlegen.
Magdeburg, 16. Mai 2003
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