Zur 1-Jahresbilanz der Landesregierung:
Wie wahr: „Keine Regierung
ist so gut, wie sie sich vorkommt.“
Die Bilanz des Kabinetts
Böhmer nach einem Jahr Regierungstätigkeit ist ernüchternd
bis niederschmetternd – dicke Bilanzpapiere sprechen nicht für Stärke.
Stillstand ist das Wort dieser
Tage. Sanierungskurs und Personalabbau werden beschworen, es flammt sogar
ein wenig Stolz auf ob der Tatsache, dass die „rote Laterne“ bei der Arbeitslosigkeit
zwischenzeitlich verlorengegangen war. Die Regierung freut sich über
viele Gesetze und Verordnungen, aber es ist wie bei den Bienen: Nicht die
Flugkilometer zählen, der Honig ist entscheidend!
Die Regierung scheut nicht
einmal davor zurück, sich mit fremden Federn zu schmücken, wenn
es um die Realisierung von Investitionen geht. Schließlich ist es
hinlänglich bekannt, dass die nicht in Wochen- oder Monatsfristen
zustande kommen.
Die Investitionserleichterungsgesetze
werden gelobt, obwohl sie Investitionen nicht erleichtern. Ebenso das Verwaltungsmodernisierunggrundsätzegesetz,
obwohl Verwaltungsmodernisierung nicht in Sicht ist.
Die Liste ließe sich
fortsetzen.
Kein Wort allerdings zu diesen
Fakten:
· Im gesamten Kinder-
und Jugendbereich wird drastisch gespart, ebenso im Hochschulbereich.
· Die Abwanderung
vor allem jüngerer Leute hält an.
· Die Arbeitslosigkeit
wächst, was vor zwei Jahren noch nicht der Fall war.
· Die Investitionsquote
des Landes wäre ohne die Bundesgelder für die Hochwasserschäden
gesunken.
· Eigene Vorgaben
zur Senkung der Verschuldung des Landes wurden nicht eingehalten.
· Die Kommunalfinanzen
reichen nicht einmal mehr zur Finanzierung von Pflichtaufgaben.
· Ohne Rücksicht
auf notwendige Daseinsvorsorge soll alles privatisiert werden, was nur
irgend möglich erscheint, bis hin zur Trinkwasserversorgung der Bevölkerung.
Das Fazit ist kurz und schmerzlich:
Das innovative Potenzial des Landes wird weggekürzt, von Zukunftssicherung
kann keine Rede sein, Kinder und junge Menschen sind von einem Jahr Regierungshandeln
unter Ministerpräsident Böhmer am schlimmsten betroffen.
Die PDS-Landtagsfraktion
bleibt dabei: Ihr Widerstand gegen diese Regierung wird sich konsequent
darauf richten, bessere Chancen für Kinder und Jugendliche zu ermöglichen,
kommunale Daseinsvorsorge zu sichern und sozialen Verwerfungen entschieden
zu begegnen.
Magdeburg, 14. Mai 2003
Dr. Petra Sitte
Fraktionsvorsitzende
Dr. Rosemarie Hein
Landesvorsitzende
|