Sozialministerium strebt
höchste Form der Integration an - oder: Kind ist gleich Kind
Mit der heutigen Aussage
in der Volksstimme unter der Rubrik „Sachsen-Anhalt News“ schießt
das Sozialministerium nun absolut den Vogel ab und gibt sich der Lächerlichkeit
unter Fachleuten und Eltern preis. Da heißt es: „Das Sozialministerium
sieht in dem KiFöG viel Gutes. Die behinderten Kinder werden durch
das Gesetz in ihrer Lebenssituation den nichtbehinderten Kindern deutlicher
als bisher gleichgestellt.“
Hierzu äußert
sich die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der PDS-Landtagsfraktion,
Eva von Angern wie folgt:
Für Kinder mit Behinderungen
bedeutet die Umsetzung des Kinderförderungsgesetzes, dass sie dem
gleichen Personalschlüssel wie nichtbehinderte Kinder unterliegen.
Für Eltern bedeutet das, dass sie inzwischen die gleichen Elternbeiträge
wie Eltern nichtbehinderter Kinder zahlen müssen. Und die Kommunen
sehen eine Finanzlawine auf sich zukommen. Hier wird zumindest aufgrund
der Finanzierung nicht Kind gleich Kind sein. Findet eine ambulante Einstufung
des Kindes statt, hat die Kommune zu zahlen.
Wenn dann auch noch im Ministerium
laut darüber nachgedacht wird, dass eine von der Betreuung zeitlich
unabhängige therapeutische Hilfe stattfinden soll, bleibt festzustellen,
dass die Konzepte der integrativen Kindertageseinrichtungen mehr als in
Frage gestellt werden. Scheinbar möchte die Landesregierung wieder
den Weg in Richtung Sondereinrichtungen einschlagen. Konsequent wäre
das aus ihrer Sicht allemal: Sozial schwache Kinder werden durch das neue
Gesetz ausgegrenzt – Kinder mit Behinderungen werden ausgegrenzt.
Schon daraus ergibt sich,
dass Kind eben nicht gleich Kind sein soll, sondern gerade eine Ungleichbehandlung
seitens der Landesregierung stattfindet. Zudem bleibt festzustellen, dass
jedes Kind individuell zu sehen ist – mit seinem Entwicklungsstand und
seinen Möglichkeiten.
Magdeburg, 09.05.2003
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