Zurück ins neunzehnte Jahrhundert!
PDS lehnt Verlängerung
der Lebensarbeitszeit ab
Die von der Rürupp-Kommission
gestern veröffentlichte Absicht, die Lebensarbeitszeit zu erhöhen,
um die künftigen Rentenbezüge finanzieren zu können, mutet
an wie ein gewaltiger Schritt rückwärts ins neunzehnte Jahrhundert.
Mit dem Vorschlag der Verlängerung
von Lebensarbeitszeit zur Absicherung der Renten der heute Arbeitenden
werden nicht nur Errungenschaften jahrzehntelanger Arbeitskämpfe,
an deren Spitze in der Vergangenheit auch die Sozialdemokratie stand, zunichte
gemacht, die ist zudem anachronistisch und zeugt von massivem Wirklichkeitsverlust.
Nicht nur, dass mit der
wachsenden Produktivität der Arbeit seit Jahren mit voller Berechtigung
die Kürzung der Wochen- und Lebensarbeitszeit als logische Konsequenz
auf der Tagesordnung steht - die Bundesrepublik leidet seit Jahren unter
chronischer Unterbeschäftigung.
Weit über vier Millionen
Arbeitslose sind der wenig rühmliche Beleg dafür. Wo massenhaft
Arbeitsplätze fehlen, kann eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit
die Situation nur noch verschärfen. Hinzu kommt die einfache Tatsache,
dass heute schon über Fünfzigjährige kaum noch eine Chance
der Vermittlung auf den ersten Arbeitsmarkt haben. Appelle an die Arbeitgeber
haben in der Vergangenheit wenig geholfen und werden auch in Zukunft kaum
Ergebnisse bringen.
Andere Finanzierungsvorschläge
sind gefragt, um das solidarische System der Rentensicherung auf solide
Füße zu stellen und Altersarmut zu begegnen. Die von der Kommission
gebrachten Vorschläge sind für die Problemlösung untauglich.
Dr. Rosemarie Hein
Magdeburg, 25. April 2003
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