SPD förderte massiven Abbau in
der Kinderbetreuung
Die Volksstimme berichtete
in ihrer Ausgabe vom 22. April 2003, dass sich Manfred Püchel (SPD)
ein Jahr nach dem Regierungswechsel zu den radikalen Änderungen in
der Kinderbetreuung wie folgt äußerte:
"Hätten wir hier einfach
Nein gesagt, wären die eins zu eins umgesetzt worden", sagte Püchel.
Stattdessen sei ein eigener Vorschlag erarbeitet worden, der kompromissfähig
war. "Hätten wir das nicht gemacht, wäre massiv abgebaut worden",
betonte Püchel. Für die mangelhafte Umsetzung des Gesetzes könne
man aber nicht die SPD in Haftung nehmen.
Richtig ist:
Es handelte sich hierbei
um einen faulen Kompromiss, der eine Verschlechterung des damals von der
Koalition vorgelegten Gesetzentwurfes zur Folge hatte. Nach Regierungsplänen
waren zunächst „lediglich“ die Krippenkinder im Alter von 0 bis 3
Jahren von den Einschränkungen des Rechtsanspruches betroffen. Ca.
85 Prozent der drei- bis sechsjährigen Kinder werden im Kindergarten
betreut. Diese sind durch den SPD-Vorschlag nun darüber hinaus ebenfalls
betroffen. Ein weitaus umfangreicherer Stellenabbau in den Kindertageseinrichtungen
ist die Folge. 5 Millionen Euro brachte der SPD-Vorstoß der Landesregierung
an zusätzlichen Einsparungen. Diese 5 Millionen stehen zwar für
Investitionen an Kindertageseinrichtungen zur Verfügung, doch fehlen
sie bei den Landespauschalen für die Kinderbetreuung. Die Höhe
von Landes- und Landkreispauschale bestimmt die Höhe der Elternbeiträge
– und die sind teilweise um bis zu 100 Prozent angestiegen.
Die PDS wird weiterhin das
Bündnis „Für ein kinder- und jugendfreundliches Sachsen-Anhalt“
als Bündnispartnerin in seinem Protest und einem Volksbegehren gegen
das Kinderförderungsgesetz unterstützen. Die SPD hingegen ist
mit ihrem Verhalten dem Bündnis in den Rücken gefallen und hat
den Regierungsparteien den Weg geebnet.
Eva von Angern, MdL
Kinder- und Jugendpolitische
Sprecherin der PDS
Magdeburg, 22.04.2003
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