Herr
Ministerpräsident - das ist eine zynische Verhöhnung des Bündnisses
„Für ein kinder-
und jugendfreundliches Sachsen-Anhalt"!
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident
Wolfgang Böhmer (CDU) stellte am 10.04.2003 auf der Landtagssitzung
in Magdeburg zur Debatte über die „unprofessionelle Amtsführung“
von FDP-Sozialminister Gerry Kley folgendes fest:
„Bei allen bisherigen Gesetzen
zur Kinderbetreuung hat es eine emotionale Diskussion der kollateralen
Probleme gegeben.“
Es sei kurz erinnert:
Kollateralschäden soll heißen, daß unschuldige Menschen,
die sich in der Regel rein zufällig im Kampfgebiet aufhalten, dabei
unkommen. Umfassende Verbreitung erhielt dieser unseelige Begriff im Kosovo-Krieg,
geprägt wurde er seinerzeit von NATO-Sprecher Jamie Shea.
Der Ministerpräsident
nun benutzt den Begriff im Zusammenhang mit der Kinderbetreuung im Lande
Sachsen-Anhalt - die Skala des Zynismus ist offenkundig nach oben offen!
Die PDS-Landtagsfraktion
hat anläßlich ihrer Rücktrittsforderung gegenüber
Minister Gerry Kley ausdrücklich auf die konkrete Verantwortung des
Ministerpräsidenten verwiesen.
Sie sieht sich nunmehr in
dieser Auffassung bitter bestätigt, es geht nicht schlechthin um die
Amtsführung eines Ministers. Mit seiner Richtlinienkompetenz gibt
der Ministerpräsident politische Richtungen vor. Und dabei redet er
von „kollateralen Problemen“ bei der Kinderbetreuung. Das ist bezeichnend.
Magdeburg, 10. April 2003
Dr. Petra Sitte
Fraktionsvorsitzende
Dr. Rosemarie Hein
Landesvorsitzende
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